Abgas-Skandal: Volkswagen-Produktion in Mexiko eingebrochen

 

Produktionsrückgang im VW-Werk Puebla: Nach dem Abgas-Skandal fiel die Produktion im November deutlich, auch die Exporte sinken gefährlich (Foto: VW Mexiko)

Mexiko-Stadt, 8. Dezember 2015 – Nun hat die Krise auch Volkswagen in Mexiko erwischt: Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte ist die Produktion von Volkswagen in Mexiko deutlich zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liefen im November 19,9 Prozent weniger Fahrzeuge vom Band, der Export ist im gleichen Zeitraum sogar um 27,6 Prozent gefallen. In Puebla betreiben die Wolfsburger ihr zweitgrößtes Werk weltweit.

Nach 48 053 Autos im November 2014 stellte VW im vergangenen Monat in Mexiko nur noch 38 487 Fahrzeuge her. Der Export gab im selben Zeitraum sogar um 27,6 Prozent nach. Damit bremst Volkswagen nach Einschätzung von Experten das Wachstum der gesamten Autobranche in Mexiko. Nach einem Minus im Vormonat legte der Sektor im November zwar wieder um vier Prozent zu. Ohne die enttäuschenden Zahlen von VW könnte der Zuwachs allerdings deutlich größer ausfallen, schrieben die Analysten der Bank Banorte.

Laut eines Sprechers von Volkswagen Mexiko ist der Rückgang auf eine geplante Unterbrechung der Produktion zurückzuführen. Das Werk habe vom 14. Bis 26. September nicht produziert, weil man die Produktionslinien umstellte. „Es gab einen, seit Anfang des Jahres geplante Unterbrechung der Produktion“ sagte die Quelle, die jedoch nicht genannt werden wollte.

Ausgeglichen werde der Produktionsrückgang bei VW durch kräftige Zuwächse bei Toyota (+78,1 Prozent) und General Motors (+13,7 Prozent). „Unserer Einschätzung nach ist der negative Effekt von VW nur vorübergehend, und der Sektor wird in den kommenden Monaten seine Dynamik wieder aufnehmen“, hieß es in der Analyse des Geldinstituts.

Nach Angaben von VW Mexiko liegt die Produktion hingegen im Plansoll. Von Januar bis November 2015 sei die Produktion lediglich um 5,26 Prozent gesunken, teilte das Unternehmen am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. (dmz/dpa/vs/hl)




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