Alitalia streicht Direktflüge nach Venezuela wegen Schuldenstreit

 

Die Direkt-Flieger zwischen Rom und Caracas bleiben künftig am Boden. (Foto: alitalia.com)

Rom/Caracas, 18. Juni 2015 – Mit fast vier Milliarden Dollar steht die Regierung in Caracas bei internationalen Fluggesellschaften in der Kreide. Die italienische Fluggesellschaft Alitalia zieht nun die Reißleine und streicht die Direktverbindung zwischen beiden Hauptstädten. Schätzungen zufolge schuldet Venezuela der Airline gut 250 Millionen Dollar.

Im Schuldenstreit mit Venezuela hat die italienische Fluggesellschaft Alitalia die Direktverbindung zwischen den Hauptstädten Rom und Caracas aus dem Programm genommen. Grund sei die strenge Devisenkontrolle der venezolanischen Regierung, die die Rückführung der erzielten Erlöse erschwere, teilte die Airline am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Schätzungen zufolge hat das pleitebedrohte Venezuela 250 Millionen US-Dollar (knapp 220 Millionen Euro) Schulden bei Alitalia. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Airline ihre Flüge in das südamerikanische Land vorübergehend ausgesetzt.

Insgesamt steht die Regierung in Caracas bei internationalen Fluggesellschaften mit 3,7 Milliarden Dollar in der Kreide. Zuletzt rief die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) Venezuela auf, seine Schulden zu begleichen. Die Regierung halte Einnahmen aus Ticketverkäufen zurück und verletze damit internationale Abkommen.

Im Rahmen der Devisenkontrolle entscheidet die linksgerichtete Regierung, wann und in welchem Umfang die Erlöse freigegeben werden. Die schwierige wirtschaftliche Lage des Landes sei allerdings keine Entschuldigung dafür, die Mittel weiterhin zurückzuhalten, hieß es in einer Stellungnahme der IATA. (dmz/dpa/ds)




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