Bericht: Keine Kämpfe mehr zwischen Militär und Farc in Kolumbien

 

Die Farc hatte am 20. Juli 2015 eine einseitige Waffenruhe ausgerufen (Foto: conficencialcolombia.com)

Bogotá, 20. Januar 2016 – Seit Wochen hat es keine Kämpfe mehr zwischen staatlichen Sicherheitskräften und der linken Guerillaorganisation Farc in Kolumbien gegeben. Das teilte das auf Konfliktbeobachtung spezialisierte Forschungsinstitut Cerac am Mittwoch mit. Das vergangene Halbjahr sei die friedlichste Zeit in den 51 Bürgerkriegsjahren gewesen.

Angesichts der laufenden Friedensverhandlungen in Havanna in Kuba hatten die Farc am 20. Juli 2015 eine einseitige Waffenruhe ausgerufen. Die kolumbianische Regierung stellte daraufhin die Luftangriffe auf Rebellenstellungen ein. Bis März wollen die Konfliktparteien einen Friedensvertrag unterzeichnen. Am Dienstag einigten sich die Unterhändler auf eine internationale Beobachtermission unter UN-Mandat.

Am Dienstag einigsten sich beide Seiten auf die Entsendung einer internationalen Beobachtermission unter UN-Mandat in den südamerikanischen Staat.  Die Mission soll das Ende der Kämpfe und die Entwaffnung der Rebellen nach einer baldigen entsprechenden Vereinbarung verifizieren.

Das Mandat wird  zwölf Monate lang dauern und kann später auf Wunsch der Parteien verlängert werden. Der Gruppe sollen Vertreter anderer lateinamerikanischer Staaten angehören. Die UN werde sofort um die Mission gebeten, hieß es.

Der Chefunterhändler der Regierung, Humberto de la Calle, begrüßte die Einigung. Es handele sich um einen bedeutsamen Schritt Richtung Frieden, sagte er. Auch der Farc-Anführer Luciano Marín alias „Iván Márquez“ zeigte sich zufrieden. Dies sei ein „starkes Signal“, dass sich der langjährige Konflikt seinem Ende nähere, sagte er.

Beide Parteien wollen ihre Friedensverhandlungen in den nächsten Wochen erfolgreich zum Abschluss bringen. Die Gespräche finden seit November 2012 auf Kuba statt. Eine endgültige Friedensvereinbarung zur Beilegung des seit mehr als 50 Jahren tobenden Bürgerkriegs soll bis Ende März erreicht werden.

In dem längsten bewaffneten Konflikt in Lateinamerika kamen über 220 000 Menschen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Die rechtsgerichteten Paramilitärs legten bereits Mitte der 2000er Jahre offiziell die Waffen nieder. Nun soll auch mit der kleineren linken Rebellengruppe ELN verhandelt werden. (dmz/dpa/hl)