Guatemala: Jeder dritte Abgeordnete wechselt binnen 48 Stunden Partei

Die abtrünnigen Abgeordneten bildeten im neuen guatemaltekischen Kongress drei neue Fraktionen (Foto: www.congreso.gob.gt)

Guatemala, 17. Januar 2016 – Bäumchen-Wechsle-Dich in Guatemala: Nur zwei Tage nach der konstituierenden Sitzung des Parlaments haben bereits rund 30 Prozent der Abgeordneten die Partei gewechselt. Die abtrünnigen Abgeordneten bildeten im Kongress drei neue Fraktionen mindestens vier Parlamentarier erklärten sich für unabhängig.

48 der 157 Parlamentarier verließen ihre Fraktion, wie die Zeitung „Prensa Libre“ am Sonntag berichtete. Besonders betroffen waren die konservative Patriotische Partei des inhatierten Ex-Präsidenten Otto Pérez und die Partei Líder des von Korruptionsvorwürfen belasteten früheren Präsidentschaftskandidaten Manuel Baldizón.

Die abtrünnigen Abgeordneten bildeten im Kongress drei neue Fraktionen, mindestens vier Parlamentarier erklärten sich für unabhängig. Die Parteien in Guatemala weisen kaum Kohärenz auf und gelten als Hort der Korruption. Sie finanzieren sich zum größten Teil aus dubiosen Quellen, allein das organisierte Verbrechen soll 25 Prozent ihrer Budgets abdecken.

Am vergangenen Donnerstag wurde der TV-Komiker Jimmy Morales als Präsident vereidigt. Die Wut der Wähler über das korrupte Establishment hat den politischen Newcomer ins Präsidialamt getragen. (dmz/dpa/hl)