Schreckliche Dakar-Normalität: Zuschauer stirbt bei Renn-Unfall

 

Sebastién Loeb und sein Markenkollege, der Spanier Carlos Sainz (Foto: Rally Dakar)

La Paz, Boliven, 10. Januar 2016 – Die Rallye Dakar 2016 hat ihren ersten Toten. Ein Fan stirbt am Streckenrand, nachdem ein 63-Jähriger am Streckenrand vom Auto des Franzosen Lionel Baud erfasst wird. Wie auch nach dem schweren Unfall mit zwölf Verletzten beim Prolog eine Woche zuvor nimmt die Hatz durch Argentinien und Bolivien weiter unbeirrt ihren Lauf.

Das erste Todesopfer bei der Rallye Dakar 2016 nahmen die Starter des lebensgefährlichen Rennens als schreckliche Normalität hin. Den Ruhetag am Sonntag nutzte das Teilnehmerfeld ungeachtet der Ereignisse des Vortags zur Vorbereitung auf die zweite Hälfte des umstrittenen Offroad-Abenteuers.

Rund 70 Tote zählt die Dakar in ihrer knapp 40-jährigen Geschichte bereits. Immer wieder waren auch Fans, die dicht am Streckenrand den waghalsigen Piloten zujubelten, betroffen. Am Samstag verlor Mitsubishi-Pilot Baud auf der siebten Etappe von der Salzwüste von Uyuni bis zum nordargentinischen Salta bei Kilometer 82 die Kontrolle über seinen Rennwagen und konnte einem Fan aus Bolivien nicht mehr ausweichen.

„Die Mediziner konnten leider nur noch den Tod der verletzten Person feststellen“, teilten die Organisatoren mit. Ermittler der Polizei sollen nun die Gründe für den Unfall untersuchen.

Schon der Dakar-Auftakt war von erschütternden Szenen überschattet worden, als die Chinesin Guo Meiling aus dem hessischen X-Raid-Team mit ihrem Mini Cooper in eine Zuschauergruppe gefahren war. Einer der Verletzten soll noch immer in einem kritischen Zustand sein, hieß es am Wochenende.

Negativschlagzeilen begleiten die Dakar damit auch bei ihrer 38. Auflage. Seit das Rennen 2009 nach Südamerika wechselte, kam in jedem Jahr mindestens ein Mensch während der Dakar ums Leben. Im Vorjahr wurde der polnische Motorradfahrer Michal Hernik in Argentinien auf der Etappe von San Juan nach Chilecito tot aufgefunden.

Die Gefahren auf der Strecke durch Wüsten und Hochland wachsen in diesem Jahr noch durch schlechtes Wetter. Nach der Absage der ersten Etappe musste auch das siebte Teilstück am Samstag wegen schwerer Gewitter unterbrochen werden. Für die Motorradfahrer ging es danach gar nicht mehr weiter.

Sebastién Loeb übernimmt wieder Gesamführung

Bei den Autos eroberte Peugeot-Pilot Sebastién Loeb nach nur einem Tag die Gesamtführung zurück. Der französische Rekordweltmeister belegte auf dem Tagesabschnitt Platz zwei hinter seinem Markenkollegen Carlos Sainz aus Spanien. Damit verdrängte er Dakar-Rekordsieger Stéphane Peterhansel, der ebenfalls einen Peugeot fährt, wieder von Platz eins des Gesamtklassements. Loeb liegt nun 1:58 Minuten vor Peterhansel. Sainz hat als Dritter 5:08 Minuten Rückstand. Für Peugeot war es der sechste Etappensieg in Serie. (dmz/dpa/hl)