US-Präsident Obama zu historischem Besuch in Kuba

Beim Amerika-Gifel im April 2015 in Panamá reichten sich Obama und Castro erstmals die Hand und markierten damit den Neuanfang zwischen den beiden Nationen  (Foto: havannatimes.org )

Havanna, 19. März 2016 –Erstmals seit der sozialistischen Revolution 1959 besucht mit Barack Obama ein US-Präsident Kuba. Er wird Sonntagabend in der Hauptstadt Havanna erwartet und bleibt bis Dienstag. Die Erwartungen an dieses historische Treffen sind hoch. Danach reist der US-Präsident nach Argentinien weiter.

Vor Obama war überhaupt erst ein US-Präsident auf der kommunistischen Karibikinsel: Vor 88 Jahren besuchte Calvin Coolidge Kuba. Ende 2014 hatten Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro eine Annäherung vereinbart. Das US-Handelsembargo wurde gelockert, etwa im Finanzbereich und für direkte Fährverbindungen. Seit kurzem gibt es wieder eine direkte Postverbindung, zuvor wurden Briefe und Pakete über Drittländer in das andere Land geschickt.

Offene Streitpunkte möchten sowohl der US-Präsident als auch der kubanische Staatschef ansprechen. Obama will auf die kritische Menschenrechtslage hinweisen und auf Kuba verbotene Oppositionsgruppen weiter über eine Vertretung auf der Insel unterstützen. Castro fordert eine vollständige Aufhebung des seit den 60er-Jahren bestehenden Embargos und eine Rückgabe des seit 1903 unter US-Kontrolle stehenden Stützpunktes Guantanamo.

Revolutionsführer Fidel Castro wird Obama nicht treffen. Er befeuerte jahrzehntelang die Feindschaft zu den USA, die Sowjetunion wurde zum wichtigsten Verbündeten – die Stationierung sowjetischer Atomraketen auf der Insel brachte die Welt 1962 an den Rand des Atomkriegs.

Das kubanische Staatsfernsehen wird am Dienstag live eine Rede übertragen, die der US-Präsident im Großen Theater von Havanna halten wird. Mit Spannung wird erwartet, ob er dabei die Lage der Menschenrechte in dem Land kritisiert. Auf Kuba sind alle Medien in Staatshand. Kritik an dem kommunistischen Einparteiensystem des Landes oder Berichte über Dissidenten sind dort normalerweise tabu. (dmz/dpa/sw)




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