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US-Republikaner: Ist Trump Chance oder Bürde für die kranke Partei?

Washington, 7. Mai 2016 – Was nun, Grand Old Party? Alle Versuche, Donald Trump als Präsidentschaftskandidaten der Republikaner zu verhindern, sind gescheitert. Die Partei steht jetzt vor der Frage: Lassen wir ihn oder formen wir ihn?

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07 05 Donald Trump klein

Donald Trump, der unbeliebte Seiteneinsteiger bei den Republikanern (Foto: taringa.net)

Washington, 7. Mai 2016 – Was nun, Grand Old Party? Alle Versuche, Donald Trump als Präsidentschaftskandidaten der Republikaner zu verhindern, sind gescheitert. Die Partei steht jetzt vor der Frage: Lassen wir ihn oder formen wir ihn?

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Parteien wollen vor allem eines: Wahlen gewinnen. Die US-Republikaner sind da keine Ausnahme. Und weil viele in der Grand Old Party nicht glauben, dass dies mit dem schrillen Donald Trump möglich ist, ist über den Umgang mit dem designierten Kandidaten ein innerparteiliches Erdbeben ausgebrochen. Soll man den ungeliebten Seiteneinsteiger in seinem Kampf ums Weiße Haus unterstützen? Oder das Rennen 2016 lieber laufen lassen und einen geeigneten Kandidaten für 2020 aufbauen?

In großen Teilen der Republikaner wird Donald Trump eher als Gefahr denn als Chance begriffen. 2016 wählen die Amerikaner gleichzeitig mit ihrem Präsidenten auch einen Teil des Senats. Verlieren die Republikaner vier Sitze, verlieren sie auch die Mehrheit an die Demokraten. Diese hätten dann plötzlich völlig neue Möglichkeiten, könnten etwa den mächtigen Supreme Court, das Oberste Gericht der USA, mit einem ihrer Gefolgsleute nachbesetzen.

Die Hoheit über den Senat ist ein riesiger Machtfaktor. In Arizona kandidiert etwa das Republikaner-Urgestein John McCain mit 79 Jahren noch einmal: Dank Trump stehe ihm “das Rennen meines Lebens bevor” unkt McCain, der 2008 den Präsidentschaftswahlkampf gegen Barack Obama verloren hatte. Auch in Pennsylvania, Wisconsin, Ohio, North Carolina und anderen Staaten stehen Senatssitze auf der Kippe.

Erste Experten sprechen schon die Möglichkeit an, die Republikaner könnten wegen Trump auch das Repräsentantenhaus an die Demokraten verlieren – vor wenigen Wochen war das noch für unmöglich gehalten worden. Trump seinerseits führt seine Erfolge ins Feld. Er hat die meisten Stimmen geholt, die je ein Republikaner-Kandidat im Vorwahlkampf bekommen hat.

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Die Republikaner haben Probleme mit der Persönlichkeit Trumps. Die in Teilen erzkonservative Partei, die für christliche Werte, Bibeltreue, und Fleiß steht, soll sich hinter einem Glitzer-Kandidaten vereinen, der eher wie ein Boxpromotor daherkommt, als wie ein Präsident? “So weit bin ich noch nicht”, bekennt Paul Ryan, Präsident des Abgeordnetenhauses und derzeit vielleicht mächtigster Mann der Republikaner.

Hinter dem Zögern steckt auch Kalkül. Viele Republikaner sehen in Trump einen verkappten Linken. Er stehe programmatisch sogar links von Hillary Clinton. Die Klinikkette Planned Parenthood, unter anderem Anbieter von Abtreibungen, ist der natürliche Feind der sozialkonservativen Republikaner. Trump weist auf ihre Erfolge hin. In die Debatte um Transgender-Rechte haben sich viele Republikaner ideologisch regelrecht verbissen. Trump sagt sinngemäß: “Mir doch egal!”

Ryan will Trump nach rechts drängen, programmatisch das eine oder andere Hühnchen rupfen, ihn wenigstens einigermaßen auf Parteilinie bringen, bevor er seine Unterstützung zusichert. Anders glaubt er, droht ein Wahldesaster für die Rechte. Hinzu kommt: Einflussreiche Spender sehen ihre Millionen für die Republikaner nicht mehr als gutes Investment, wenn Trump an die Macht kommt. Die Gebrüder Koch etwa, die zu den größten Parteispendern überhaupt gehören, haben angekündigt, diesmal wohl keinen Republikaner zu unterstützen.

Die Umfragen sehen Trump derzeit mindestens sieben Prozentpunkte hinter seiner mutmaßlichen Kontrahentin Hillary Clinton. Mehr als die Prozentzahlen macht den Republikanern aber die Wahl-Systematik in den USA Kopfzerbrechen. Wenn Clinton die 19 Staaten gewinnt, die die Demokraten bei den vergangenen sechs Wahlen immer geholt hatten und auch Florida für sich entscheidet, ist sie Präsidentin.

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“Trump hat es sicher deutlich schwerer als Clinton, ans Ziel zu kommen”, sagte der US-Meinungsforscher Patrick Murray von der Monmouth University im Gespräch mit der dpa. Die Republikaner bekommen kaum Stimmen von Schwarzen, wenig von der schnell wachsenden Bevölkerungsgruppe der Latinos, die sich Trump mit seinen Mauerfantasien in Richtung Mexiko zusätzlich zum Feind machte. Nicht umsonst ließ er sich bereits am Freitag beim Taco-Essen an seinem Schreibtisch in New York fotografieren. “Ich liebe Hispanics”, twitterte er.

Doch Murray sagt auch: “Seit Donald Trump im Rennen ist, sind alle Prognosen Schall und Rauch.” Historische Vergleiche etwa zu früheren Wahljahren hätten sich schon im Vorwahlkampf 2016 als Makulatur erwiesen. Die “Washington Post” warnte bereits am Freitag vor zuviel Enthusiasmus im Clinton-Lager. “Trump ist ein Gegner, gegen den es schwer ist anzukommen.” Er habe auf dem Weg zur Kandidatur 16 Gegner “systematisch zerstört”, urteilte das Blatt und rief die demokratische Kandidatin hinsichtlich seiner teils sexistischen Äußerungen auf: “Geh ihm nicht auf den Leim, Hillary!” (dmz/dpa/hl)

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