Angehörige vermisster Studenten in Mexiko blockieren Autobahn

Nach über sieben Stunden wurde die Fahrtrichtung Acapulco wieder freigegeben (Foto: La Jornada)

Chilpancingo, 26. November 2014 – Zwei Monate nach dem Verschwinden Dutzender Studenten in Mexiko haben Verwandte und Kommilitonen eine der wichtigsten Fernstraßen Mexikos blockiert. Rund 500 Demonstranten besetzten am Mittwoch für mehr als eine Stunde die Autopista del Sol zwischen Mexiko-Stadt und dem Badeort Acapulco. Die Familien der Opfer werfen den Behörden Untätigkeit vor. Nach sieben Stunden gaben die Demonstranten zwei Fahrstreifen Richtung Acapulco frei. Die Fahrtrichtung Chilpancingo, Iguala, Cuernavaca und Mexiko-Stadt war am frühen Abend noch blockiert.

Die Bundespolizei verlegte rund 800 Beamte und zwei Wasserwerfer nach Chilpancingo, die Landeshauptstadt von Guerrero. «Das Verschwinden unserer Kinder erfüllt uns mit großem Schmerz, aber das gibt uns auch Kraft, weiter nach ihnen zu suchen», sagte eine Mutter.

Die 43 Lehramtsstudenten einer linken Hochschule waren am 26. September von der Polizei verschleppt und der kriminellen Organisation «Guerreros Unidos» übergeben worden. Bandenmitglieder räumten mittlerweile den Mord an den jungen Leuten ein. Hinter dem Verbrechen sollen der Bürgermeister der Stadt Iguala und seine Frau stecken. Die Angehörigen der Opfer bezweifeln allerdings die bisherigen Ermittlungsergebnisse.

Am vergangenen Freitag und Sonnabend hatten Bewohner von Tres Marías, einem Städtchen auf halbem Weg zwischen Mexiko-Stadt und Cuernavaca, nicht nur die Autobahn, sondern auch die Bundesstraße einen ganzen Tag lang komplett blockiert. Sie protestierten, weil ein Bürger ihres Ortes, ein Taxifahrer, verschwunden ist. (dmz/hl mit Material von dpa; Foto: La Jornada)