Anzahl der Morde in Kolumbien sind auf Rekordtief

 

Die Zahl der Morde in Kolumbien ist in diesem Jahr auf ein neues Rekordtief gefallen (Armada Nacional ‏ / Twitter)

Bogotá, 27. Dezember 2015  Das lange Zeit nur mit Mord und Kokainmafia in Verbindung gebrachte Kolumbien verzeichnet in diesem Jahr die geringste Mordquote seit Jahrzehnten. Von Januar bis Weihnachten wurden 11 983 Morde registriert. Das seien 656 weniger als 2014, berichtete die Zeitung „El Tiempo“ am Sonntag.

Das dritte Jahr in Folge werde die Zahl der Morde auf den niedrigsten Stand seit 1985 fallen. In dem Jahr begannen die Gewalt und der Drogenhandel das Land nachhaltig zu prägen.

Zum Vergleich: In Deutschland mit einer fast doppelt so großen Bevölkerung (Kolumbien: 47,9 Millionen Einwohner) wurden 2014 der Kriminalstatistik zufolge 298 Menschen ermordet, hinzu kamen 561 Mordversuche. In Kolumbien nahm unter Drogenbaronen wie Pablo Escobar Anfang der 90er Jahre die Gewalt massiv zu, rechte Paramilitärgruppen verübten im Kampf gegen linke Guerillagruppen immer wieder Massaker, die Guerilla wiederum tötete ebenfalls Tausende Menschen.

In den letzten Jahren konnte eine weitgehende Demobilisierung der Paramilitärs erreicht werden. Staatspräsident Juan Manuel Santos will zudem bis März einen Friedensvertrag mit den Farc-Rebellen erreichen, die noch über rund 8000 Kämpfer verfügen. Die Vereinten Nationen halten bei einem Friedensschluss ein deutliches Wirtschaftswachstum im zweitbevölkerungsreichsten Land Südamerikas für wahrscheinlich. (dpa/dmz/hl)




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