Auch in Mexiko gilt künftig die Zwei-Personen-Regel im Cockpit

Der Flugkapität und Leiter der mexikanischen Luftaufsichtsbehörde, Gilberto López Meyer (Foto: SCT México / Twitter)

Mexiko-Stadt, 31. März 2015 – Der Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen führt auch zu einem Umdenken bei der mexikanischen Luftaufsicht. Künftig muss immer eine zweite Person im Cockpit sein, wenn der Flugkapitän die Kabine verlässt. Derweil sind Angehörige der mexikanischen Opfer in Frankreich eingetroffen.

Die mexikanische Flugaufsicht hat als Reaktion auf den Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen eine Zwei-Personen-Regel in Cockpits eingeführt. Wenn der Flugkapitän die Kabine verlasse, müsse für diese Zeit ein Mitglied der Besatzung im Cockpit sein, sagte Gilberto López Meyer, Leiter der Flugaufsichtsbehörde. Die zweite Person könne jedoch „unter keinen Umständen den Platz der Piloten einnehmen“. Nach Verlassen des Piloten müsse der Autopilot der Maschine aktiviert sein.

Die Vorschrift gilt demnach für alle Flugzeuge mit Sicherheitstüren. Dadurch solle sichergestellt werden, dass der Pilot nach seiner Abwesenheit wieder ins Cockpit gelassen werde. Die Neuregelung tritt binnen 48 Stunden in Kraft.

Die Germanwings-Maschine war am vergangenen Dienstag mit 150 Menschen an Bord in den französischen Alpen an einer Felswand zerschellt. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen wurde der Absturz vom Copilot Andreas Lubitz bewusst herbeigeführt. Das Motiv ist noch unklar. Wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilte, litt Lubitz unter Depressionen und vor einigen Jahren wegen Suizidgefahr psychotherapeutisch behandelt worden. Die Lufthansa gab am Dienstag bekannt, dass sie als Arbeitgeber von der Erkrankung ihres Mitarbeiters wusste.

Angehörige der mexikanischen Opfer am Unglücksort eingetroffen

Zum Zeitpunkt des Unglücks war Lubitz alleine im Cockpit. Der Flugkapitän hatte die Kabine kurzzeitig verlassen, um zur Toilette zu gehen. Er kam danach jedoch nicht zurück ins Cockpit, weil der Copilot offenbar bewusst die Tür nicht öffnete. Am Freitag hatten bereits die deutschen Fluggesellschaften die Zwei-Personen-Regel eingeführt. Auch in Kanada und Australien wurden die Vorschriften diesbezüglich verschärft.

In Frankreich sind derweil Familienangehörige und Freunde der Opfer des Absturzes empfangen worden. „Bis heute sind 325 Menschen nach Seyne-les-Alpes gereist“, dem Dorf in der Nähe des Unglücksortes, wie Germanwings-Geschäftsführer Oliver Wagner sagte. Die meisten seien deutsche und spanische Familienangehörige gewesen, aber auch Angehörige aus Mexiko, Japan, Kolumbien, Venezuela oder Argentinien seien gekommen. Unter den Passagieren der abgestürzten Maschine waren auch zwei Mexikanerinnen. (dmz/ds mit Material von dpa)