Ausgrabungen in Argentinien: Spekulationen über NS-Zufluchtsort

 

Das Video zeigt außer den Ruinen von Gebäuden auch Porzellanscherben und Münzen (Foto: Screenshot / Video Clarín)

Buenos Aires, 22. März 2015 – Archäologen haben im Urwald von Argentinien einen Baukomplex gefunden, der möglicherweise geflüchteten Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg als Versteck dienen sollte. In dem „kostspieligen Bau an unzugänglichem Ort“ wurden Münzen und Porzellan gefunden – made in Germany.

Die Datierung des Baus auf Anfang der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts und die deutschen Fundstücke seien kein zwingender Beweis für ein Nazi-Projekt, räumte Daniel Schávelzon, Leiter des Archäologen-Teams der Universität Buenos Aires, ein. Es gebe aber keine andere Erklärung für einen so kostspieligen Bau in einem damals unzugänglichen Ort und mit Materialien, die nicht der lokalen Architektur entsprächen.

Der Fund im heutigen Naturpark Teyú Cuaré, 1000 Kilometer nördlich von Buenos Aires, wurde den Angaben zufolge nie benutzt – möglicherweise, weil es in den Nachkriegsjahren für flüchtige Kriegsverbrecher relativ einfach gewesen sei, in Argentinien im normalen Stadtleben unterzutauchen, sagte Schávelzon. Nach Angaben der staatlichen Kommission zur Aufklärung von Nazi-Aktivitäten (CEANA) flüchteten mindestens 180 Kriegsverbrecher nach Argentinien. Zu prominentesten zählten Adolf Eichmann, Erich Priebke und Josef Mengele. (dmz/dpa/hl)