Bildungsstreit in Mexiko: Lehrer drohen mit Sabotage von Prüfungen

 

Aus Protest gegen die Bildungsreform kommt es seit Monaten zu – teils gewalttätigen – Protesten (Foto: Grupo Fórmula).

Mexiko-Stadt, 19. Juni 2015 – Die Bildungsreform der Regierung Peña Nieto stößt bei Teilen der Lehrer auf heftigen Widerstand. Die Gewerkschaft Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación hat angekündigt, die anstehenden landesweiten Tests zur Evaluierung von Pädagogen zu sabotieren. Evaluierungsbögen sollen verbrannt, Schulen besetzt werden.

Vor der geplanten Evaluierung Zehntausender Pädagogen in Mexiko haben Lehrer der Gewerkschaft Coordinadora Nacional de Trabajadores de la Educación (CNTE) mit der Sabotage der Prüfungen gedroht. Sie würden die landesweiten Tests am Wochenende boykottieren, Evaluierungsbögen verbrennen und Schulen besetzen, kündigte der Sprecher der Lehrer aus dem südlichen Bundesstaat Chiapas, José Luis Escobar, am Freitag im Radiosender Fórmula an.

Auch in den benachbarten Provinzen Guerrero, Michoacán und Oaxaca sind Protestaktionen geplant. Die Lehrer im Süden und Westen des Landes gelten als besonders gewaltbereit. Bei den Parlaments- und Regionalwahlen vor zwei Wochen griffen sie Parteizentralen an und steckten Wahlzettel in Brand.

Die Evaluierung der Lehrer gehört zu der jüngsten Bildungsreform der Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto. Viele Pädagogen in Mexiko gelten als schlecht ausgebildet. In internationalen Rankings rangieren die mexikanischen Schulen weit hinten. Zudem soll die Macht der Gewerkschaften bei der Postenvergabe beschnitten werden. Teilweise werden Lehrerstellen in Mexiko sogar vererbt. (dmz/ds mit Material von dpa)




Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen