Boss des Juárez-Kartells nun auch hinter Gittern

 

Jesús Salas Aguayo war der Nachfolger von Vicente Carrillo Fuentes, der im Oktober 2014 gefasst wurde (Foto: PGR)

Mexiko-Stadt/Ciudad Juárez, 19. April 2015 – Fast ging die Nachricht am Samstag auf der Pressekonferenz von Mexikos Sicherheitschef Monte Alejandro Rubido unter: Auch der Boss des Juárez-Kartells Jesús Salas Aguayo alias „El Chuyín“ ist der Polizei ins Netz gegangen. Und wie sein Kollege „El Gafe“ aus Reynosa wollte er sich nicht so einfach ergeben.

Der filmreife Befreiungsversuch des am Freitag in Reynosa im Bundesstaat Tamaulipas festgenommenen José Tiburcio Hernández Fuentes alias „El Gafe“, berüchtigter Chef des Golfkartells in Tamaulipas, hatte die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Medien. Am Sonntag gab der Sicherheitsbeauftragte der mexikanischen Regierung, Monte Alejandro Rubido,  dann in einer Pressemitteilung ein paar Details über „El Chuyín“ und seine Festnahme am Freitag raus.

Der 38jährige Chef des Juárez-Kartells war der direkte Nachfolger des legendären Kartellchefs Vicente Carrillo Fuentes, „El Viceroy“, der ihm nach seiner Festnahme im Oktober vergangenen Jahres die Verantwortung für den Drogen- und Waffenschmuggel in Chihuahua, vor allem in der gleichnamigen Landeshauptstadt und in Ciudad Juárez, übertrug.  

Bei seiner Festnahme im Ort Ahumada kam es den Angaben zufolge zu einem Feuergefecht zwischen seinen Leibwächtern und der Bundespolizei. Ein Leibwächter des Capos sei dabei getötet worden. „El Chuyín“ und ein weiterer Leibwächter hätten daraufhin festgenommen werden können. Wie zuvor „El Gafe“ und zwei seiner Komplizen seien auch diese beiden Schwerverbrecher inzwischen nach Mexiko-Stadt in die Generalstaatsanwaltschaft überführt worden.

Salas Aguayo soll die Autobombe für ein Attentat 2010 in Ciudad Juárez beschafft haben, bei dem zwei Bundespolizisten sowie ein Notfallarzt und ein Sanitäter getötet wurden.

Jesús Salas Aguayo wurde auch von der Anti-Drogen-Behörde DEA in den USA gesucht. In Mexiko stand er auf der Liste der 122 meistgesuchten Verbrecher des Landes, deren Neutralisierung sich die Regierung vorgenommen hat. Bei  93 von ihnen ist ihr das bereits gelungen. 30 fehlen noch. (dmz/hl)