Costa Ricas Visa-Stopp verschärft Flüchtlingskrise in Mittelamerika

 

Rund 6000 Kubaner warten in Costa Rica auf ihre Weiterreise in die USA (Foto: Cubanet / Twitter)

San José, 22. Dezember 2015  Trotz des Stopps der Visavergabe in Costa Rica kommen immer mehr kubanische Flüchtlinge in das mittelamerikanische Land. Täglich erreichen neue Migranten aus dem sozialistischen Karibikstaat den Grenzübergang Paso Canoas an der Grenze zu Panama, wie die Zeitung „La Nación“ am Dienstag berichtete.

Rund 6000 Kubaner sind mittlerweile auf ihrem Weg Richtung USA in Costa Rica gestrandet. Nicaragua hat seine Grenze geschlossen und verweigert den Kubanern die Weiterreise nach Norden. Auch Guatemala und Belize wollen sie nicht passieren lassen.

Zuletzt versuchten immer mehr Kubaner, auf dem Landweg in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Wegen des Endes der Eiszeit zwischen Washington und Havanna befürchten sie offenbar, bald nicht mehr so einfach wie bisher eine Aufenthaltserlaubnis in den USA zu erhalten.

Am Wochenende kündigte die costa-ricanische Regierung an, den Migranten keine Visa mehr auszustellen. Aus Ärger über die mangelnde Solidarität der Nachbarländer erklärte Präsident Luis Guillermo Solís zudem den Ausstieg aus den politischen Foren des Zentralamerikanischen Integrationssystems (Sica). Am Dienstag sollte bei einem Treffen der Organisation in Mexiko nach einer Lösung der Flüchtlingskrise gesucht werden. (dpa/dmz/hl)