Der lange, holprige Weg von Rio zum UN-Klimavertrag von Paris

 

Beim UN-Klimagipfel Ende November in Paris soll der Ausstoß von Treibhausgasen weiter begrenzt werden (United Nations)

Berlin, 23. November 2015 – Beim Klimagipfel von Paris sollen 195 Staaten einen weltweiten Vertrag verabschieden, der den Ausstoß der Treibhausgase auf ein erträgliches Maß begrenzt. Bereits seit 23 Jahren arbeiten Diplomaten und Politiker daran.

RIO DE JANEIRO 1992: Nach der Klimarahmenkonvention von Rio dürfen die Treibhausgase nur so weit steigen, dass sich „die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können“ und „die Nahrungsmittelerzeugung nicht bedroht wird“. Heute gehen die meisten Experten davon aus, dass diese Grenze bei einem Temperaturanstieg von 1,5 bis 2 Grad liegt. 195 Staaten machen bei der Konvention mit.

KYOTO 1997: Beim Kyoto-Protokoll vereinbaren die Industrieländer, ihren Treibhausgas-Ausstoß von 1990 bis 2012 um mindestens 5 Prozent zu senken. Entwicklungs- und Schwellenländer bekommen keine Reduktionsziele. Wichtige Staaten wie die USA und Kanada treten dem Vertrag gar nicht erst bei oder verabschieden sich später davon.

KOPENHAGEN 2009: Die Staaten scheitern daran einen UN-Klimavertrag zu vereinbaren. Sie nehmen lediglich „zur Kenntnis“, dass die Erdtemperatur um nicht mehr als zwei Grad steigen sollte, und dass Industrieländer ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar an ärmere Staaten geben sollen.

CANCÚN 2010: In Mexiko erkennen die Staaten erstmals offiziell die 2-Grad-Obergrenze an. Industrieländer sagten zu, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar an Entwicklungsländer zu geben, wenn diese in transparenter Weise ihren Treibhausgasausstoß bremsen.

DURBAN 2011: Die EU und weitere zehn Staaten beschließen in Südafrika eine zweite Phase des Kyoto-Protokolls, die bis 2020 reicht. Sie stoßen jedoch nur rund 15 Prozent der globalen Treibhausgase aus. (dmz/dpa/vs/hl)