DFB-Auswahl fiebert Finale entgegen

 

Im dritten WM-Endspiel Deutschlands gegen Argentinien soll für die Generation um Lahm und Schweinsteiger endlich ein Titel her! Die Vorfreude auf das Finale steigt stündlich.

Santo André/São Paulo, 10. Juli 2014 – Die Final-Strategie gegen Argentiniens Superstar Lionel Messi haben sich Bundestrainer Joachim Löw und seine hochmotivierten WM-Spieler schon zurecht gelegt – jetzt muss sie nur noch aufgehen. „Wir haben schon öfter gegen Argentinien gespielt und haben mit Sicherheit einen Plan, aber den werde ich nicht verraten“, erklärte Assistenztrainer Hansi Flick am Donnerstag in Santo André.

Mastermind Löw will für sein zweites Turnier-Endspiel nach der EM 2008 (0:1 gegen Spanien) so wenig wie möglich umbauen. Vor vier Jahren in Südafrika deckte Löw die Schwächen im damals von Diego Maradona betreuten argentinischen Team um Lionel Messi beim 4:0-Triumph der deutschen Mannschaft im WM-Viertelfinale schonungslos auf. Gegen Argentinien mit dem damaligen Topstar Maradona holte sich Deutschland unter Teamchef Franz Beckenbauer 1990 in Rom auch den dritten WM-Titel. Vier Jahre zuvor war das Endspiel gegen die Gauchos in Mexiko-Stadt 2:3 verloren gegangen.

Das DFB-Team freute sich schon drei Tage vor dem Anpfiff auf die dritte Auflage eines WM-Endspiels gegen die Albiceleste. „Die Mannschaft ist richtig heiß. Alle haben wochenlang darauf hingearbeitet. Die Stimmung ist gut, wir sind sehr fokussiert und konzentriert, wollen uns von nichts ablenken lassen. Wir freuen uns alle auf diesen starken Gegner“, sagte Flick mit Blick auf den nächsten reizvollen Südamerika-Europa-Vergleich.

Wie nach dem 7:1 im Halbfinale gegen Rekordweltmeister Brasilien, als die DFB-Auswahl auch viel Beifall von den Fans des WM-Gastgebers erhielt, baut Flick diesmal auf Zuspruch der Brasilianer. „Wir hoffen, dass sie uns im Finale unterstützen.“ An der nach dem Halbfinal-Fest zugewiesenen Favoritenrolle stört sich im deutschen Lager keiner. „Ein Finale hat besondere Voraussetzungen. Die Mannschaft ist stark und klug genug, sich davon nicht treiben zu lassen“, betonte Flick.

Außer Miroslav Klose, der schon 2002 bei der Niederlage in Japan gegen Brasilien dabei war, erlebte noch kein deutscher Spieler aktiv ein Weltmeisterschaftsendspiel. „Die Finals kann man nicht vergleichen“, sagte der 36-Jährige. „Aber ich weiß, wie beschissen sich das anfühlt, wenn man ein Finale verliert.“

Alle anderen DFB-Spieler betreten am Sonntag Neuland. „Ein großer Gegner, der auf uns wartet, die Freude ist riesengroß“, erklärte der Schalker Benedikt Höwedes. „Wir wollen jetzt den Titel mit nach Hause nehmen. Wenn wir den Titel nicht gewinnen sollten, sprechen nicht mehr viele über dieses Halbfinale.“

Mit Fußball-Tennis startete die deutsche Nationalmannschaft ihre Vorbereitung auf das große WM-Endspiel. 19 Spieler und Bundestrainer Löw waren am Donnerstag bei den lockeren Spielchen auf dem Trainingsplatz in Santo André dabei. Stürmer Miroslav Klose, Torwart Manuel Neuer und Abwehrmann Mats Hummels, der wegen einer Sehnenreizung im Knie beim 7:1-Halbfinalerfolg des DFB-Teams gegen Brasilien zur Pause ausgewechselt werden musste, absolvierten ein Regenerationstraining auf dem Fahrradergometer. Am Freitagabend reist der DFB-Tross von Porto Seguro aus in den Endspielort Rio de Janeiro.

Sollte der Final-Coup gelingen, wird die Mannschaft den Triumph auf der Berliner Fanmeile feiern. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag mit. Die Rückkehr nach Deutschland ist für Dienstagvormittag geplant. „Diesmal haben wir uns dafür entschieden, gemeinsam mit den Fans nur im Fall des Titelgewinns zu feiern“, sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff. „Und wir alle sind fest entschlossen, dieses Szenario wahr werden zu lassen.“

Vor dem großen Finale will sich Brasilien im Spiel um Platz drei gegen die Niederlande für die historische Pleite im Halbfinale rehabilitieren. Zur Unterstützung der Seleção traf Superstar Neymar am Donnerstagabend im Camp des WM-Gastgebers ein. In Jeans und Kapuzenpulli umarmte der 22-Jährige, der wegen eines Lendenwirbelbruchs ausfällt, seine Mitspieler und Trainer Luiz Felipe Scolari.

Die FIFA hat unterdessen am Donnerstag den Einspruch von Uruguays Verband gegen die Sperre von Stürmerstar Luis Suárez zurückgewiesen. Wie der Weltverband mitteilte, bestätigte die Berufungskommission die Entscheidung der Disziplinarkommission vom 25. Juni. Suárez war nach seiner Beißattacke im WM-Spiel gegen Italien (1:0) für neun Pflicht-Länderspiele gesperrt und für vier Monate von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen worden. Damit ist Suárez nicht nur für die komplette Copa América 2015 gesperrt, sondern fehlt auch mindestens in den ersten Qualifikationsspielen zur WM 2018. (dpa/dmz/hl; Foto: https://www.dfb.de)

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