DMZ trifft … Jo Köser (Folge 2)

 

Der deutsche Künstler Jo Köster in seinem Garten in Cuernavaca (Foto: Gregor Dammeier)

Cuernavaca, 16. Juli 2015 – Wie lebt es sich als Künstler in Mexiko? Jo Köser, gebürtiger Hamburger, ist seit 15 Jahren als freischaffender Bildhauer und Maler hier tätig. Warum er seine Heimat gegen Mexiko getauscht hat, wie ihn das Land für seine Kunst inspiriert und wie seine Kunst das Land reflektiert, erzählt er in unserer Videogesprächsreihe „DMZ trifft …“.

In Folge 2 unserer Gesprächsreihe „DMZ trifft…“ hat DMZ-Videoreporter Gregor Dammeier den deutschen Künstler Jo Köser in seinem Haus und Atelier in Cuernavaca besucht. Er berichtet davon, wie er über Umwege nach Mexiko gekommen ist und warum er ausgerechnet hier die Inspiration für seine Arbeit findet, die er in seiner Heimat vermisst hat.

Der Einfluss Mexikos spiegelt sich auf verschiedenen Ebenen in seinen Werken wider. Dabei arbeitet Köser oftmals über Kontraste, die in seinen Skulpturen und Installationen sowohl thematisch als auch durch unterschiedliche Materialkombinationen zum Ausdruck kommen. So verbindet er etwa in seiner letzten Auftragsarbeit einen aus Naturstein geformen Kaktus mit figurativen Elementen aus Stahl, die auf die Spitze des stacheligen Objekts emporklettern und den im wahrsten Sinne steinigen Aufstieg einer einfachen mexikanischen Arbeiterfamilie zu Wohlstand repräsentieren.

Neben diesem dualistischen Ansatz, wie er etwa auch in seiner Skultur „Complemento“ zum Ausdruck kommt, spielt für Köser auch die Kinetik eine Rolle. Teilweise ist es der Wind der seine Objekte bewegt, manchmal bedarf es der Interaktion des Betrachters, wie etwa bei seinem Werk „Wettlauf gegen die Zeit“, das er aus alten mexikanischen Bahnschwellen konstruiert hat.

Wer Jo Köser zuhört, spürt einerseits die reichhaltige Inspiration, die er aus Mexiko schöpft. Andererseits wird offenbar, dass sein erfolgreiches kreatives Schaffen nicht mit finanziellem Erfolg einhergeht. „Ich bin mit der Idee nach Mexiko gekommen, dass mich dieses Land bewegt im geistigen Sinne, dass es mich ernährt, dass ich neue Ideen bekomme“, sagt Köser. „Aber die finanzielle Seite ist schwierig.“ (dmz/ds)

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Unsere neue Video-Gesprächsreihe „DMZ trifft …“ geht aktuellen gesellschaftlichen Themen persönlich auf den Grund: Was treibt Menschen in Mexiko um? Wir lassen Persönlichkeiten aus den Bereichen Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Sport zu Wort kommen – Stimmen, die zum Nachdenken, Staunen und manchmal auch zum Schmunzeln anregen. In loser Reihenfolge werden wir die Beiträge hier und auf unserem YouTube-Kanal veröffentlichen.

Liebe LeserInnen: Sie haben ein spezielles Thema, das Sie hier in Mexiko beschäftigt, ein besonderes Talent oder eine ungewöhnliche (Lebens-)Geschichte, die Sie gerne erzählen würden? Schreiben Sie uns an redaktion@deutsche-mexiko-zeitung.com!




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