Dominikanische Republik: Keine Massenabschiebungen geplant

 

Morgens auf den Champs de Mars im Herzen von Port-au-Prince (Foto: Stefan Krasowski / Flickr)

Guatemala-Stadt, 27. Juni 2015 Haiti warnte vor einer humanitären Krise, 200.000 haitianischstämmige Menschen in der Dominikanischen Republik fürchteten die Deportation. Nun hat die dominikanische Regierung Berichte über geplante Massenabschiebungen dementiert.

Die dominikanische Regierung hat Berichte über geplante Massenabschiebungen von haitianischstämmigen Menschen dementiert. „Es gibt keine und es wird auch keine willkürlichen oder kollektiven Deportationen geben“, sagte Präsident Danilo Medina am Freitag bei einer Konferenz in Guatemala.

Vor zwei Jahren hatte der Oberste Gerichtshof entschieden, dass im Land geborene Kinder von Ausländern nicht automatisch die Staatsbürgerschaft Guatemalas erhalten. In der vergangenen Woche lief die Frist ab, um sich gültige Dokumente zu besorgen. In den kommenden Wochen sollte deshalb rund 200 000 haitianischstämmigen Menschen die Abschiebung drohen.

Das verarmte Haiti warnte vor einer humanitären Krise. Die Regierung arbeite an einem Plan zur sozialen und wirtschaftlichen Eingliederung der Deportierten, kündigte Ministerpräsident Evans Paul am Donnerstagabend (Ortszeit) an. Das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) rief die dominikanische Regierung auf, von der Massenabschiebung abzusehen.

Die Lage werde nicht richtig dargestellt und die Zahlen beruhten auf falschen Berechnungen, sagte Medina. Bis Fristende hätten über 288 000 Menschen einen offiziellen Aufenthaltstitel beantragt. Jeder Fall werde nun einzeln geprüft. Wer keine Papiere erhalte, solle zur freiwilligen Übersiedlung bewegt werden. (dmz/dpa/hl)