Drama in venezolanischem Gefängnis: 35 Tote

 

Angehörige warten verzweifelt vor dem Krankenhaus auf Nachrichten über den Zustand der Opfer (Foto: El Impulso/El Nacional)

Caracas, 29. November 2014 – In Venezuela ist die Zahl der toten Häftlinge nach einer anscheinend absichtlichen und unkontrollierten Einnahme hoher Medikamenten-Dosen von 13 auf mindestens 35 gestiegen. Das teilte der Chef des parlamentarischen Gefängnisausschusses, William Ojeda, am Freitag in Caracas mit.

Insgesamt hätten 145 der rund 3000 Insassen nach dem Überfall der Kranken- und Arzneistation der Vollzugsanstalt «freiwillig und unverantwortlich» Medikamente wie Antibiotika und Blutdrucksenker sowie reinen Alkohol geschluckt. 20 Gefangene lägen im Koma.

Die Häftlinge hatten am Montag im Gefängnis Uribana in Iribarren im Westen des Landes unter anderem mit einem Hungerstreik gegen eine schlechte Lebensmittelversorgung und Übergriffe von Wärtern protestiert, wie die Nichtregierungsorganisation «Observatorio Venezolano de Prisiones» (OVP) mitteilte. Nach offiziellen Angaben eskalierte der Protest.

Die Gefängnisse in Venezuela sind meist überfüllt. Laut OVP saßen mit Stand Juni insgesamt 55 007 Gefangene in Venezuelas Haftanstalten, die jedoch nur für etwa 19 000 Insassen ausgelegt seien. Im ersten Halbjahr starben den Angaben zufolge 150 Häftlinge, die meisten von ihnen durch Schusswaffengebrauch. (dpa/dmz/hl; Foto: El Impulso/El Nacional)