Dritter Platz für Deutschlands Olympia-Segler in Rio – Debatte um Wasserqualität

 

Tina Lutz und Susann Beucke vom German Siling Team bei der Test-Regatta in Rio de Janeiro (Foto: © Sailing Energy / Facebook Sailing Team Germany)

Von Tatjana Pokorny

Rio de Janeiro, 23. August 2014 – Rio de Janeiros Olympia-Revier stellte 326 Seglerinnen und Segler aus 50 Nationen acht Tage lang mit Tücken und Tüten auf die Probe. Das Sailing Team Germany beendete die Testregatta mit Bronze. Die Debatte um die Wasserqualität wurde durch einen Vorfall angeheizt.

Einmal Bronze für die deutschen Segler, aber wieder Debatten um die Wasserqualität: Bei der Testregatta in Rios Olympia-Revier haben 326 Seglerinnen und Segler aus 50 Nationen acht Tage lang für den Ernstfall geprobt. Das Sailing Team Germany musste ein Jahr vor dem Start der olympischen Regatta mit einem Bronze-Rang und einem Platz im Mittelfeld zufrieden sein. Ein erkrankter Surfer befeuerte die Diskussionen um die verunreinigten Gewässer neu.

Der Südkoreaner Wonwoo Cho wurde mit einer Virus-Infektion ins Krankenhaus gebracht. Sein Trainer Danny Ok veröffentlichte Bilder von der Fahrt ins Hospital und zeigte daneben unappetitliche Fotos der braunen Brühe im Olympiarevier der Guanabara-Bucht. Dazu schrieb er: „Mehr als zehn Jahre Lebensbemühungen können an einem Tag zerstört werden.“ Dass die in mehreren unabhängigen Studien in dem Gebiet nachgewiesenen Viren und Bakterien zur Erkrankung geführt haben, konnte aber nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Dennoch sagte der Coach: „Es kommt wahrscheinlich vom Wasser.“

Greifbarer sind die Probleme, die den Seglern durch den vielen Müll vor allem auf den drei Binnenkursen der insgesamt sechs Regattabahnen mit unterschiedlichsten Wind- und Wellenbedingungen entstehen. Das musste auch die junge Kieler Nacra-17-Crew Paul Kohlhoff und Carolina Werner erfahren. Nach drei Tagessiegen und ausschließlich einstelligen Ergebnissen verfing sich im Start zum siebten Rennen unter Wasser eine Tüte in ihrem Katamaran und bremste ihn aus.

„Das Boot blieb stehen, und wir haben mehrere Plätze verloren“, sagte Werner. Am Ende verpasste das Team vom Kieler Yacht-Club Bronze um einen Punkt. „Nicht auszudenken, wenn so etwas bei den Olympischen Spielen passiert“, sagte Werner. Dennoch avancierten Kohlhoff/Werner zu deutschen Hoffnungsträgern für Olympia, zu denen auch weiter Laser-Vizeweltmeister Philipp Buhl (9.) und RS:X-Surfer Toni Wilhelm (10.) gehören. Mit ihrem Bronzerang retteten die 49er-Europameister Erik Heil und Thomas Plößel aus Berlin in der Gesamtbilanz Platz 17 für die deutsche Segelnationalmannschaft.

Australiens Athleten, schon bei Olympia 2012 in England erfolgreichste Segelnation, gewannen die Nationenwertung mit zwei Gold- und einer Bronzeplakette. Der überzeugendste Auftritt gelang Frankreichs Seglern mit fünf Medaillen und neun Top-Ten-Platzierungen in zehn Disziplinen. Platz drei belegten die Briten mit zwei Medaillen und acht Top-Ten-Platzierungen. (dmz/dpa/hl)