Dutzende Tote bei schweren Unwettern in Chile, Peru und Ecuador

Im Norden Chiles mussten Tausende Menschen vor den Unwettern in Sicherheitgebracht werden. Ganze Städte sind verwaist. (Foto: Juan Eduardo López/El Mercurio)

Santiago de Chile/Lima/Quito, 28. März 2015 – Heftige Regenfälle haben in Südamerika eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Am stärksten betroffen ist der eigentlich trockene Norden Chiles. Tausende Menschen mussten dort in Sicherheit gebracht werden. Staatschefin Bachelet rief den Notstand aus. Auch in Peru und Ecuador wütete die Natur.

Bei schweren Unwettern in Südamerika sind mindestens Menschen ums Leben gekommen. Am schwersten betroffen war Chile. Im trockenen Norden Chiles berichteten die Behörden von den schlimmsten Regenfällen seit 80 Jahren. Betroffen waren die Regionen Antogasta, Atacama und Coquimbo, wo heftige Niederschläge zu Sturzfluten und Erdrutschen führten. Mehrere Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten.

In der eigentlich extrem trockenen Wüstenregion Atacama starben mindestens zehn Menschen. 19 weitere galten am Samstag als vermisst. Laut dem Katastrophenamt Onemi mussten mindestens 5.584 Menschen in Sicherheit gebracht werden, Tausende Häuser wurden beschädigt. Mancherorts seien die Niederschläge inzwischen aber zurückgegangen.

Staatschefin Michel Bachelet rief in dem Gebiet den Notstand aus und entsandte das Militär, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen und Plünderungen vorzubeugen. „Die Lage ist verheerend, wir müssen schnell zu den isolierten Ortschaften gelangen“, sagte Bachelet laut der Zeitung „La Tercera“ nach einem Besuch in dem Katastrophengebiet.

Mindestens 25 Tote durch Unwetter in Ecuador

Im Andenstaat Peru starben nach Behördenangaben in dieser Woche mindestens neun Menschen bei einem Erdrutsch in der Gemeinde Chosica im Osten der Hauptstadt Lima. Die wichtige Landstraße Carretera Central war bis Samstag vier Tage lang teilweise gesperrt. Die Schulen in zwei Gemeinden blieben geschlossen.

Auch in Ecuador nördlich von Peru wütete die Natur. In der südlichen Region Loja gab es am Freitag neun Todesopfer nach einem Erdrutsch. Nach schweren Regenfällen sei in der Stadt Loja ein Haus eingestürzt und habe eine Familie unter sich begraben, teilten die Rettungskräfte am Freitag auf Twitter mit. Die zwei Erwachsenen und vier Kinder konnten nur noch tot geborgen werden. Im Strandort San Pablo, 70 Kilometer westlich von Guayaquil, sind weitere drei Menschen im Meer ertrunken, wie die Nachrichtenagentur Andes berichtete.

Landesweit waren mindestens 16 weitere Menschen in den letzten Tagen bei heftigen Unwettern ums Leben gekommen. Rund 50 Fischerboote waren wegen des hohen Wellengangs an der Küste zerschellt. Die Flüsse Zamora und Malacatos traten über die Ufer und überfluteten Straßen, Häuser, Schulen und Tankstellen, wie die Zeitung „El Comercio“ berichtete. Nach Angaben der Zeitung „El Telégrafo“ wurden in der Hauptstadt Quito zudem 52 Personen nach Blitzeinschlägen leicht verletzt.

Papst Franziskus drückte den Opfern sein Beileid aus. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bete für die Verstorbenen in den Ländern, schrieb am Samstag Staatssekretär Pietro Parolin. (dmz/ds mit Material von dpa)