Ex-Geheimdienstchefin Pilar Hurtado stellt sich kolumbianischen Behörden

 

María del Pilar Hurtado hat sich in Panama den Behörden gestellt. (Foto: La Prensa Panamá)

Panama-Stadt, 31. Januar 2015 – Schneller Fahndungserfolg: Einen Tag nach der Ausschreibung von Interpol hat sich Kolumbiens Ex-Geheimdienstchefin selbst gestellt. María del Pilar Hurtado wurde in Panama den Behörden übergeben. Sie muss sich wegen Verschwörung und Amtsmissbrauch verantworten.

Nach Jahren auf der Flucht hat sich die frühere kolumbianische Geheimdienstchefin María del Pilar Hurtado in Panama gestellt. Die 51-Jährige sei den kolumbianischen Behörden übergeben worden, teilte das Ministerium für öffentliche Sicherheit am Samstag mit.

Erst am Vortag hatte die internationale Polizeibehörde Interpol die frühere Leiterin des inzwischen aufgelösten Geheimdienstes DAS (Departamento Administrativo de Seguridad) weltweit zur Fahndung ausgeschrieben. Ihr werden unter anderem Verschwörung und Amtsmissbrauch vorgeworfen, wie es in dem am Freitag veröffentlichten Festnahmeersuchen (Rote Notiz) hieß. Das kolumbianische Außenministerium erkannte Pilar Hurtado außerdem die kolumbianische Staatsangehörigkeit ab und erklärte ihren Pass als ungültig.

Als Direktorin des DAS soll Pilar Hurtado während der Amtszeit von Präsident Álvaro Uribe (2002-2010) für die Überwachung von Regierungskritikern verantwortlich gewesen sein. So wurden Telefongespräche von Politikern, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten abgehört.

Im November 2010 hatte sich Pilar Hurtado nach Panama abgesetzt. Dort hatte ihr Präsident Ricardo Martinelli, ein enger Freund von Kolumbien Ex-Präsident Uribe, zunächst Asyl gewährt. Dieses wurde kurz darauf jedoch wieder vom Obersten Gerichtshof aufgehoben. (dmz/ds mit Material von dpa)