Ex-Präsidenten verärgern Venezuelas Staatschef Maduro

 

Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro (Foto: Maduradas)

Caracas, 30. Mai 2015 – Er sieht sich überall von Feinden umgeben: Venezuelas Staatschef Maduro. Jetzt wirft er den Ex-Präsidenten von Kolumbien und Bolivien vor, Teil eines Plans der internationalen Rechten gegen ihn zu sein. Giftpfeile schickte er auch gegen den EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz. Dem riet er, sich „um seine eigene Armut zu sorgen“.

Die beiden konservativen Ex-Präsidenten von Kolumbien und Bolivien, Andrés Pastrana und Jorge Quiroga, haben Venezuelas linken Staatschef Nicolás Maduro mit Besuchen bei der Opposition verärgert. In Caracas trafen sie den wegen mutmaßlicher Konspiration unter Hausarrest stehenden oppositionellen Oberbürgermeister Antonio Ledezma. Maduro bezeichnete den Besuch als störend und Teil eines Plans der internationalen Rechten.

Pastrana und Quiroga wollten am Freitag auch den seit über einem Jahr inhaftierten Oppositionellen Leopoldo López und den früheren Bürgermeister von San Cristóbal, Daniel Ceballos, im Militärgefängnis besuchen. Das hat die Regierung verhindert: Sie durften weder den einen noch den anderen besuchen. Beide Inhaftierten sind seit einigen Tagen im Hungerstreik.

Im Januar hatten die Behörden bereits einen geplanten Besuch Pastranas mit Chiles Ex-Staatschef Sebastián Piñera bei López unterbunden. López ist der prominenteste Oppositionshäftling. Der 44-Jährige muss sich wegen mutmaßlicher Anstachelung zur Gewalt bei den Protesten gegen die linke Regierung im Frühjahr 2014 verantworten, bei denen damals über 40 Menschen ums Leben kamen, darunter Anhänger und Gegner der Regierung. Zahlreiche Länder und Organisationen forderten bereits seine Freilassung.

Am Samstag demonstrierten mehr als 5.000 Anhänger von Leopoldo López  in Caracas für seine Freilassung. Die Demonstration verlief friedlich.

Maduros Giftspritze gegen Martin Schulz

Am Freitag giftete der venezolanische Staatschef auch gegen die spanische Nachrichtenagentur EFE und den Präsidenten des Europa-Parlaments, Martin Schulz. EFE zitierte Schulz, dass die venezolanische Regierung ihre offizielle Position für den nächsten EU-Celac-Gipfel am 10. und 11. Juni in Brüssel bekanntgeben möge. „Die Außenministerin (Delcy Rodríguez, d. Red.) schickte mir eine Mitteilung, wonach gearbeitet werde und dass es nichts auf diesem Gipfel zu suchen gebe”, sagte Maduro auf einem Kongress in der Nationalbibliothek in Caracas.

Zu Martin Schulz meinte er: “…dieser Herr weiß garantiert nicht, wo Venezuela liegt. Er sagt, er sorge sich um Venezuela und seine Armut… Herr Schulz, sorgen Sie sich um Ihre eigene Armut”, zitierte am Freitag das Portal Maduradas aus einem Bericht von Diario Contraste. Maduradas ist eine Internetseite, die Sprüche von Nicolás Maduro zu allen möglichen Themen sammelt. (dmz/hl mit Material von dpa)