Fall Ayotzinapa: Mexikanische Menschenrechtler kritisieren Ermittlungen

 

Bis heute ist das Massaker an den 43 Studenten aus Ayotzinapa nicht vollständig aufgeklärt. Viele Fragen sind offen (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 23. Juli 2015 – Zehn Monate sind seit dem Massaker an 43 Studenten in Iguala vergangen. Jetzt kritisiert auch die mexikanische Menschenrechtskommission CNDH die Arbeit der Ermittlungsbehörden. Es seien zu wenig Schritte unternommen worden, um den Fall vollständig aufzuklären.

Zudem mangele es an Unterstützung für die Opferfamilien. Auch sei die Sicherheitslage in Iguala nicht verbessert worden, hieß es in einem am Donnerstag in Mexiko-Stadt veröffentlichten Bericht der Nationalen Menschenrechtskommission (Comisión Nacional de Derechos Humanos, CNDH).

Polizisten hatten am 26. September in Iguala in Guerrero die Studenten des Lehrersemonars in Ayotzinapa entführt und der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ übergeben. Mehrere Bandenmitglieder räumten ein, die jungen Leute getötet zu haben. Ihre Leichen wollen sie auf einer Müllkippe mit Diesel übergossen und verbrannt haben. Die Ermittler fanden lediglich Asche und einige Knochenreste, die immer noch an der Universität in Innsbruck untersucht werden. Unter den Opfern soll auch ein Soldat gewesen sein, räumte im Juni das Verteidigungsministerium ein.

Das mutmaßliche Massaker warf ein Schlaglicht auf die engen Kontakte zwischen Sicherheitskräften, Politikern und Drogenkartellen in Teilen Mexikos. Das Bürgermeisterehepaar von Iguala soll das Verbrechen in Auftrag gegeben haben. Rathauschef José Luis Abarca wollte anscheinend verhindern, dass die linksgerichteten Studenten eine Kundgebung seiner Frau störten. María de los Ángeles Pineda Villa stammt aus einem Drogenhändlerclan und soll die Finanzen der „Guerreros Unidos“ verwaltet haben.

Die Generalstaatsanwaltschaft hatte Ende Januar alle Studenten für tot erklärt. Eindeutig identifiziert ist bislang allerdings erst ein Opfer. Die Angehörigen hegen bis heute Zweifel an der offiziellen Version des Tathergangs. Ein internationales Expertenteam untersucht im Auftrag der Interamerikanischen Menschenrechtskommission den Fall. (dmz/hl mit Material von dpa)




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