Flucht von “El Chapo”: Unterstützung von Gefängnis-Experte

 

Insider-Wissen dürfte “El Chapo” bei seiner Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis geholfen haben (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 21. Juli 2015 – War ein Strafvollzugsexperte der Helfer von Mexikos Drogenboss “El Chapo”? Darauf deutet einiges hin. Ein ehemaliger ranghoher Gefängnisbeamter dürfte mit seinem Insider-Wissen beim Ausbruch geholfen haben. Kurz vor der ersten Flucht des Drogenchefs schloss sich der Beamte dessen Sinaloa-Kartell an.

Der mexikanische Drogenboss Joaquín “El Chapo” Guzmán konnte bei seiner Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano wohl auf Unterstützung eines Strafvollzugsspezialisten bauen. Der ehemalige ranghohe Gefängnisbeamte Dámaso López Núñez gilt als rechte Hand von “El Chapo” und dürfte mit seinem Insider-Wissen beim Ausbruch geholfen haben. Das beichtete am Dienstag die Zeitung “El Universal” unter Berufung auf Gerichtsunterlagen, die das Blatt über das Informationsfreiheitsgesetz angefordert habe.

Der Chef des Sinaloa-Kartells war am Samstag vor einer Woche zum zweiten Mal aus einem Hochsicherheitsgefängnis geflohen. Bereits 2001 türmte er aus der Haftanstalt Puente Grande in Jalisco. Dort war López Núñez stellvertretender Sicherheitschef. Kurz vor Guzmáns damaliger Flucht kündigte er und schloss sich dem Sinaloa-Kartell an.

Nach Einschätzung von US-Behörden war “El Licenciado” (Der Akademiker) zuletzt die rechte Hand von Guzmán. Das Finanzministerium in Washington setzte López Núñez 2013 auf die Schwarze Liste und verbot US-Bürgern jede Art von Geschäftsbeziehung mit ihm. Er sei einer der wichtigsten Männer des Drogenkartells, hieß es in der Mitteilung. (dmz/dpa/hl)