Flucht von „El Chapo“: Vier Gefängnismitarbeiter wegen Drogenboss-Flucht angeklagt

 

Das Hochsicherheitsgefänfnis in Almoloya de Juárez (Foto: almomento.mx)

Mexiko-Stadt, 8. September 2015 – Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán hatte bei seiner spektakulären Flucht aus dem Hochsicherheitsgefänfnis Altíplano im Juli offensichtlich Hilfe von mehreren Beamten. Die mexikanische Justiz hat nun Anklage gegen vier Gefängnismitarbeiter erhoben. Ein Bundesrichter ordnete am Montagabend ihre Verhaftung an.

Ihnen wird vorgeworfen, die Flucht Guzmáns nicht gemeldet zu haben, hieß es in einer Erklärung der Justizbehörde in Mexiko-Stadt. Sie hätten das Sicherheitsprotokoll nicht aktiviert, obwohl ihnen die technischen Mittel zur Verfügung gestanden hätten.

Der Chef des mächtigen Sinaloa-Kartells war am 11. Juni spektakulär aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altíplano in Almoyola de Juárez im Bundesstaat Mexiko entkommen. Er nutzte dafür einen 1,5 Kilometer langen Tunnel, der aus der Dusche seiner Zelle in ein Haus in der Umgebung führte. Das Gefängnispersonal will von den monatelangen unterirdischen Arbeiten nichts bemerkt haben. Örtliche Medien kritisierten später auch, dass die Verantwortlichen nach der Flucht zu spät Alarm schlugen. Nun sitzen die Verhafteten selbst hinter den Gittern des Hochsicherheitsgefängnisses.

Bislang gibt es insgesamt sieben Anklagen in dem Fall. Dieser hat die verbreitete Korruption und den weitreichenden Einfluss der mexikanischen Verbrechersyndikate in den Fokus gerückt. „El Chapo“ (Der Kleine) war bereits 2001 einmal aus einem Hochsicherheitsgefängnis entkommen und erst Anfang 2014 wieder geschnappt worden. (dmz/hl mit Material von dpa)