„Friedliches Handelsschiff beschlagnahmt“: Nordkorea wettert gegen Mexiko

 

Der nordkoreanische Frachter “Mu Du Bong” (Foto: Cuartoscuro.com)

New York, 10. April 2015 – Im Juli 2014 ist die „Mu Du Bong“ vor der Küste Tuxpans auf Grund gelaufen. Seitdem halten die mexikanischen Behörden den Frachter und die Besatzung fest. Ihr Verdacht: Das Schiff gehört einer Reederei, die Waffen aus Kuba nach Nordkorea schmuggelt. Der nordkoreanische UN-Vertreter kündigt nun „Maßnahmen“ an.

Zwischen der mexikanischen Regierung und dem nordkoreanischen Regime herrscht diplomatische Verstimmung. Der stellvertretende Repräsentant Pjöngjangs bei den Vereinten Nationen, An Myong Hun, beschwerte sich vor Journalisten in New York über Mexiko, wie mehrere Medien berichten.

Der Stein des Anstoßes: Die „Mu Du Bong“. Das nordkoreanische Frachtschiff war am 14. Juli vergangenen Jahres – offenbar wegen eines Navigationsfehlers – nahe Tuxpan in Veracruz in einem Korallenriff auf Grund gelaufen. Bei der Untersuchung stellten die mexikanischen Behörden fest, dass das Schiff für die Firma Ocean Maritime Management unterwegs war – eine nordkoreanische Reederei, die im Juli 2013 beim Waffenschmuggel aus Kuba erwischt wurde. Der UN-Sicherheitsrat hatte sie deshalb auf eine Schwarze Liste gesetzt. UN-Experten informieren die mexikanischen Behörden, welche daraufhin das Schiff beschlagnahmten und die 33 Besatzungsmitglieder bis heute in Tuxpan festhalten.

Laut An Myong Hun handelt es sich um eine „illegale“ Beschlagnahmung eines „friedlichen Handelsschiffes“, welche die Souveränität seines Landes verletze. Nordkorea werde das nicht hinnehmen. „Wir werden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit das Schiff sofort aufbrechen kann“, sagte An Myong Hun. Die Familien der Besatzungsmitglieder würden „weinend ihre Rückkehr erwarten“. Welche Maßnahmen er genau meinte, führte er nicht aus.

Ein Sprecher der mexikanischen UN-Vertretung reagierte prompt und wies die Vorwürfe zurück. Die Beschlagnahmung sei nicht illegal, sagte Ricardo Alday der Agentur AFP. Mexiko erfüllte lediglich seine „internationalen Verpflichtungen aus Resolutionen des UN-Sicherheitsrates“. Nach seinen Angaben werde derzeit mit dem Regime in Pjöngjang darüber verhandelt, wie die festgehaltenen Besatzungsmitglieder in ihre Heimat zurückkehren können. (dmz/ds)