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Fünf Risiken der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro

Rio de Janeiro, 28. Dezember 2015 – Fünf Risiken treiben die Organisatoren der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro um. Dazu gehören neben der Wirtschaftskrise und einem Korruptionsskandal vor allem auch Probleme mit der schlechten Wasserqualität in der Bucht vor Río de Janeiro.

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Die Guanabarabucht vor Río de Janeiro  (Georg Ismar ‏ / Twitter)

Rio de Janeiro, 28. Dezember 2015  Fünf Risiken treiben die Organisatoren der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro um. Dazu gehören neben der Wirtschaftskrise und einem Korruptionsskandal vor allem auch Probleme mit der schlechten Wasserqualität in der Bucht vor Río de Janeiro.

– Die ökonomische Krise: Bisher gibt es keine Olympiabegeisterung, kommt es zu Protesten wie vor der Fußball-WM? Es gibt den tiefsten Wirtschaftseinbruch seit 25 Jahren, Sozialprogrammen für ärmere Schichten droht die Kürzung. Nach Angaben der Zentralbank wird das Bruttoinlandsprodukt 2015 um 3,6 Prozent einbrechen und die Inflation auf 10,8 Prozent klettern. Der niedrige Ölpreis und der rückläufige Konsum machen der bisher siebtgrößten Volkswirtschaft zu schaffen.

– Der Korruptionsskandal: Seit 2014 räumt die Justiz auf, dutzende Bauunternehmer und Politiker sind wegen Schmiergeldzahlungen bei diversen Auftragsvergaben in Haft. Parlamentspräsident Eduard Cunha wird von Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot nun vorgeworfen, von einem Baukonzern Schmiergeld kassiert zu haben, um ihn bei Olympiaprojekten zu bevorzugen. Cunha ist eine Schlüsselfigur in der brasilianischen Politik. Staatspräsidentin Dilma Rousseff will seine Amtsenthebung, er will sie wiederum absetzen lassen. Wenn nun auch bei Olympiabauten größere Fälle von Korruption ans Licht kommen sollten, könnte das zu erheblichen Verwerfungen führen und die Stimmung in Rio verhageln.

– Die Aussichten der Brasilianer: Vom sportlichen her interessiert vor allem ein Titel: Fußball-Gold, am besten bei Männern und Frauen. Angepeilt wird ein Platz unter den besten Zehn im Medaillenspiegel. Aber auch hier wirft die Krise ihre Schatten: Der französische Trainer Jean-Maurice Bonneau, der die Springreiter ganz nach vorn bringen sollte, schmiss im November wegen Finanzstreitigkeiten das Handtuch. Bei den Spielen in London wurde man mit drei Gold-, fünf Silber- und neun Bronzemedaillen nur 22. in der Medaillen-Wertung. Der sportliche Verlauf dürfte auch die Stimmung in Rio beeinflussen.

– Das Wasserproblem: In der berühmten Guanabara-Bucht im Schatten des Zuckerhuts sollen die Segelwettbewerbe stattfinden, aber sie ist mit Abwässern kontaminiert, das Wasser stinkt, gleicht einer Kloake. Es ist bisher nicht zu erwarten, dass die Wassertests, unter anderem vom Internationalen Olympischen Komitee, positiv ausfallen werden. Paes lehnt aber eine Verlegung in das 190 Kilometer nördlich von Rio gelegene Segelrevier von Buzios ab. Es gebe keinen Plan B. Aber je nach Testergebnis, könnte es hier noch einen heftigen Streit geben.

– Die Metro-Linie zum Olympiapark: Das größte Infrastrukturprojekt droht nicht rechtzeitig fertig zu werden. Zum einen gibt es akute Finanzierungsprobleme, da die Linie 4 teurer wird als geplant. Zudem wurden zuletzt neue Gelder vom Finanzministerium blockiert, was die Arbeiten verzögerte. Ohne Fertigstellung der Linie von Ipanema nach Barra droht ein Transportchaos. Staus und beschwerliche Anreisen für Touristen wären die Folge. Die Linie soll bis zu 300 000 Menschen pro Tag transportieren. Ursprünglich sollte sie 8,5 Milliarden Real kosten, nun könnten es 9,7 Milliarden Real (2,2 Mrd. Euro) werden. (dpa/dmz/hl)

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