Generalstreik gegen Steuerprogression legt Argentinien lahm

 

Nichts geht mehr: Eine blockierte Hauptstraße in Buenos Aires (Foto: Clarin.com)

Buenos Aires, 31. März 2015 – Busse, Züge, Flugzeuge im Stillstand: In Argentinien hat ein 24-stündiger Generalstreik den Verkehr weitgehend zum Erliegen gebracht. Gewerkschaften hatten zu dem Ausstand aufgerufen. Sie fordern Steuererleichterungen wegen der grassierenden Inflation im Land.

Ein Generalstreik gegen die schleichende Steuerprogression hat das Verkehrswesen in Argentinien weitgehend lahmgelegt. Busse, Flugzeuge und Züge standen am Dienstag still; auf den Zufahrtsstraßen der Hauptstadt Buenos Aires blockierten Demonstranten den Verkehr, wie der Nachrichtensender TN berichtete.

Einige internationale Flüge nach Buenos Aires wurden nach Montevideo in Uruguay umgeleitet. Die brasilianische Luftfahrtgesellschaft TAM und die chilenische LAN hatten bereits am Vortag ihre Flüge vom Dienstag nach Argentinien gestrichen.

Gewerkschaften hatten zu dem 24-stündigen Ausstand aufgerufen, um eine Erhöhung des Freibetrags der Lohnsteuer zu fordern. Die Steuer wird auf Monatsgehälter ab 15.000 Peso (knapp 1.600 Euro) erhoben. Der Freibetrag wird seit zwei Jahren nicht aktualisiert. Bei einer Jahresinflation von rund 30 Prozent würden immer mehr Arbeitnehmer von der Lohnsteuer betroffen, argumentieren die Gewerkschafter.

Der Kabinettschef Aníbal Fernández sagte am Dienstag, von der Lohnsteuer seien nur knapp zehn Prozent der Besserverdiener betroffen, wie die Nachrichtenagentur Télam berichtete. Die Steuer sei notwendig, um die benachteiligten Bevölkerungsschichten zu unterstützen, sagte Wirtschaftsminister Axel Kicillof. (dmz/ds mit Material von dpa)

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