Gericht entscheidet über Prozessfähigkeit von Guatemalas Ex-Diktator

 

Dem früheren Machthaber von Guatemala, Efraín Ríos Montt, werden Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung Tausender Indios vorgeworfen  (Foto: Elena Hermosa / Trocaire)

Guatemala-Stadt, 9. Juli 2015 – Ist er dement oder nicht? Kann er seinem Prozess vielleicht doch folgen? Ein Gericht wird nun über die Prozessfähigkeit des früheren guatemaltekischen Machthabers Efraín Ríos Montt entscheiden, nachdem das staatliche Forensik-Institut den 89-Jährigen am Dienstag für dement und prozessunfähig erklärt.

“Wir müssen abwarten, bis die zuständige Kammer alle Gutachten geprüft hat, und entscheidet, ob sein körperlicher und geistiger Zustand der Teilnahme am Verfahren tatsächlich entgegen stehen”, sagte der Anwalt der Nebenklage, Héctor Reyes, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Am Vortag hatte das staatliche Forensik-Institut den 89-Jährigen für dement und prozessunfähig erklärt.

Der Prozess gegen Ríos Montt soll am 23. Juli neu aufgerollt werden. Der Ex-General war im Mai 2013 wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll während seiner Herrschaft von März 1982 bis August 1983 für Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung Tausender Indios verantwortlich gewesen sein. Aufgrund von Verfahrensfehlern wurde der Schuldspruch wenige Tage später allerdings wieder aufgehoben. (dmz/dpa/hl)