Gerichtsmedizin Innsbruck auf schwierigste Fälle spezialisiert

 

Die Gerichtsmediziner in Innsbruck sind auf spezielle DNA-Analysen spezialisiert (Foto: www.leelofland.com)

Innsbruck, 12. November 2014 – Die Gerichtsmediziner in Innsbruck sind Experten für kleinste Puzzleteilchen. Sie sind auf die Analyse der DNA aus Mitochondrien spezialisiert. Diese «Kraftwerke» der Zellen erhalten deutlich mehr Erbgut als die eigentliche Zelle. Bei sehr schlechtem Material «hat man mit der mitochondrialen DNA eher eine Chance, doch noch ein brauchbares Ergebnis zu bekommen», beschreibt Institutsleiter Richard Scheithauer den Vorteil der Methode. Die Analyse dieser DNA gilt als sehr komplex und fehleranfällig. Ergebnisse liegen oft erst nach Monaten vor.

Angewandt wurden die Kenntnisse der Innsbrucker Spezialisten schon in vielen wichtigen Fällen. So wurden Opfer der Tsunami-Katastrophe 2004 in Innsbruck identifiziert. 2008 gelang es den Gerichtsmedizinern, winzige Knochen aus einem russischen Grab zwei der 1917 erschossenen Zarenkinder zuzuordnen. Ebenfalls 2008 konnten die Wissenschaftler einige Opfer der Militärdiktatur von Augusto Pinochet identifizieren. Deren Knochen waren 35 Jahre lang in einem Grab auf einem Militärgelände nördlich von Santiago de Chile verscharrt gewesen.

2005 sorgten die Experten im Fall des 1970 am Nanga Parbat tödlich verunglückten Bruders von Extrembergsteiger Reinhold Messner für Klarheit. Sie fanden heraus, dass die am Berg gefundenen Knochen zu Günther Messner gehörten.

Die Forensische DNA-Abteilung war im Jahr 1990 als eine der ersten im deutschsprachigen Raum eingerichtet worden. Die Innsbrucker Gerichtsmedizin galt bald als Institut von Weltrang. (dpa/dmz/hl; Foto: www.leelofland.com)