18 Zika-Fälle in Mexiko – Kein Risiko in Regionen über 900 Meter ü. M.

 

Kleine Ursache, große Wirkung: Das durch einen Stich der Mücke Aedes aegypti übertragene Zika-Virus breitet sich bereits auf dem ganzen amerikanischen Kontinent aus (Foto: APM / Twitter)

Von Sandra Weber

Mexiko-Stadt, 29. Januar 2016  – Das Zika-Virus breitet sich nun auch in Mexiko aus: Bisher wurden 18 infizierte Personen registriert. Wie groß ist das Risiko weiterer Ansteckungen hierzulande? Dem mexikanischen Gesundheitsministerium zufolge bisher eher gering. Keine Gefahr besteht für höher gelegene Regionen über 900 Meter ü. M.. Eine Vorsorge-Kampagne soll nun eine weitere Ausbreitung des Zika-Virus verhindern.

 

Die Zika-Infektionen sind in den Bundesstaaten Chiapas, Nuevo León und Jalisco aufgetreten. Bis auf Mexiko-Stadt und Tlaxcala ist die das Virus übertragende Stechmücke Aedes aegypti in allen mexikanischenen Bundesstaaten heimisch. Entwarnung gibt es allerdings für Regionen über 900 Meter ü. M.: In diesen Höhen kann Aedes aegypti nicht überleben.

Auch wenn das Risiko in Mexiko bisher relativ gering ist, rät das Gesundheitsministerium zu folgenden Präventionsmaßmahmen: In betroffenen Gebieten sollten sich die Menschen möglichst mit langer Kleidung und Moskitonetzen schützen. Außerdem sollte stehendes Wasser in Behältern vermieden werden, da dieses als Brutstätte für das Insekt gilt.

Die mexikanische Regierung hat 800 Millionen Pesos für die Bekämpfung des Virus bereit gestellt. Das Gesundheitsministerium kündigte weitgehende Desinfektionsmaßnahmen, Aufstockung des Gesundheitspersonals und die Überwachung der Krankheits- und Verdachtsfälle an. Mit dieser Kampagne soll die weitere Ausbreitung des Virus verhindert werden.

Der Nachweis des Zika-Virus ist schwierig, da es den Symptomen des Dengue-Fiebers und des Chikungunya ähnelt. Typische Symptome sind Fieber, Hautausschlag, Bindehautentzündung und Muskelschmerzen, in den meisten Fällen verläuft die Krankheit aber ohne Symptome.

Gefährlich ist das Zika-Virus nur für Schwangere: In Brasilien wurden zuletzt ungewöhnlich viele Babys mit Mikrozephalie geboren, eine Schädelfehlbildung, die eine geistige Behinderung zur Folge hat. Schwangeren wird deshalb empfohlen, sich vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel untersuchen zu lassen.

In Brasilien traten im Mai 2015 die ersten lateinamerikanischen Fälle des Zika-Virus auf, mittlerweile hat es sich auf 22 amerikanische Länder ausgebreitet. Die ersten Fälle in Europa, darunter Frankreich und Dänemark, sind seit Kurzem bekannt. Die WHO erwägt durch die explosionsartige Verbreitung des Zika-Virus in Lateinamerika die Ausrufung des globalen Gesundheitsnotstands.

„ZEIT ONLINE“ spricht in diesem Zusammenhang von Panikmache. So seien die tatsächlichen Daten, die das brasilianische Gesundheitsministerium auf seiner Website veröffentlicht, wesentlich harmloser als die Zahlen der WHO. Von 4.180 bis 23. Januar registrierten Fällen seien bisher nur 732 überprüft worden. Es handele sich also um pure Verdachtsfälle. Auch das Risiko für die Babys infizierter Frauen sei viel geringer, als es die WHO mit ihren Zahlen glauben mache. (dmz/sw/hl)




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