Anwälte von Ríos Montt verhindern Einweisung in Psychiatrie

 

Der ehemalige Machthaber von Guatemala Efraín Ríos Montt ist gesundheitlich angeschlagen (Foto: eldiarioextra.com)

Guatemala-Stadt, 26. Juli 2015 – Die Verteidiger des früheren guatemaltekischen Machthabers Efraín Ríos Montt haben dessen Einweisung in eine psychiatrische Klinik verhindert. Ihr Argument: Das Krankenhaus Francisco Mora gelte als eines der schlechtesten Lateinamerikas und sei daher ungeeignet für die Untersuchung des 89-Jährigen.

Ríos Montt sollte am Samstag in das psychiatrische Krankenhaus eingeliefert werden. Seine Überführung wurde zunächst aufgeschoben. Das Gericht in Guatemala City hatte einem entsprehenden Antrag seiner Anwälte Luis Rosales und Jaime Hernández stattgegeben. Das Krankenhaus Francisco Mora gelte als eines der schlechtesten in Lateinamerika und sei für den gesundheitlich angeschlagenen 89-Jährigen nicht geeignet, hatte Anwalt Luis Rosales laut einem Bericht der Zeitung “Prensa Libre” am Freitag den entsprechenden Antrag begründet. Sein Kollege Jaime Hernández ging noch weiter und erklärte, die Einweisung in diese Klinik sei ein Anschlag auf das Leben des 89-Jährigen.

Zum Auftakt des neuen Völkermord-Prozesses gegen Ríos Montt hatte ein Gericht zuvor angeordnet, die mentale Verfassung des Ex-Diktators zu überprüfen. Das staatliche Forensik-Institut hatte ihn für dement und verhandlungsunfähig erklärt. Auch Ríos Montts Tochter, die Präsidentschaftskandidatin Zury Ríos Sosa, sprach sich gegen eine Einweisung ihres Vaters in die Psychiatrie aus.

Ríos Montt war 2013 wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll unter anderem für den Mord an 1771 Indios vom Volk der Ixil im Norden des Landes verantwortlich sein. Aufgrund von Verfahrensfehlern wurde der Schuldspruch wenige Tage später jedoch wieder aufgehoben. (dmz/hl mit Material von dpa/hl)