Arbeiter und Orangen – Die Beziehungen Kuba-DDR

 

Die Beziehungen zwischen der DDR und Kuba vertiefen sich vor allem ab 1974, als Erich Honecker nach Kuba reist (Foto: artflakes.com)

Havanna, 17. Juli 2015 – Kuba und die einstige DDR unterhielten enge Verbindungen vor allem ab Anfang der 1970er Jahre. Zuvor gab es Vorbehalte auf DDR-Seite. Die Gründe dafür und mehr Informationen zu den Beziehungen zwischen der DDR und Kuba erfahren Sie in diesem Hintergrund.

Auch wenn Kubas kernhaltige Orangen in der DDR nicht jedermanns Geschmack trafen – Zucker und Südfrüchte von der Karibikinsel standen generell hoch im Kurs. Auch seltene Bodenschätze waren im sozialistischen Deutschland heiß begehrt. Zudem schickte Havanna Tausende Vertragsarbeiter, um der DDR über den Arbeitskräftemangel in der Industrie hinwegzuhelfen. Wissen und Erfahrungen sollten sie später im eigenen Land anbringen. Ost-Berlin half dafür beim Bau von Industrieanlagen und Kraftwerken sowie bei der Reform des kubanischen Schul- und Gesundheitssystems.

Dabei hatte es unter den Genossen um Walter Ulbricht durchaus noch Vorbehalte gegen die kubanischen Revolutionäre gegeben. «Castro geht nur ungenügend von den ökonomischen Realitäten aus und zeigt Ansätze zu gewagten Experimenten», hieß es noch 1963. Intensiver wurden die Beziehungen erst, nachdem Erich Honecker die Macht in Ost-Berlin übernommen hatte. 1972 kam Fidel Castro zum ersten Mal in die DDR, zwei Jahre später reiste Honecker in die Karibik. Für die meisten Menschen in der DDR blieben Kuba-Reisen allerdings unerschwinglich – obwohl sie in den Reisebüros angeboten wurden.

Ende 1990 kündigte das vereinigte Deutschland alle Verträge zwischen der DDR und Kuba. Da auch die Sowjetunion und damit der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) zusammenbrachen, stürzte Kuba in eine tiefe Krise. (dmz/dpa/hl)