Babys mit zu kleinem Kopf: Brasilien erklärt Gesundheitsnotstand

 

Beunruhigendes Phänomen in Brasilien: Es werden immer mehr Kinder mit zu kleinem Schädel geboren (Foto: medONLINE.at / Twitter)

Recife, 12. November 2015  In Brasilien werden immer mehr Kinder mit einem zu kleinen Schädel geboren. Der starke Anstieg von Mikrozephalie-Fällen bei Babys hat die Behörden nun dzu bewogen, den Gesundheitsnotstand auszurufen. Der Schädel der Kinder ist sehr klein, was eine richtige Entwicklung des Gehirns verhindern kann. Die Ursache für die Häufung der Fälle ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch unklar.

Bei Neugeborenen im nordöstlichen Bundesstaat Pernambuco wurden den Angaben zufolge in diesem Jahr 141 Verdachtsfälle gemeldet. Bislang seien jährlich landesweit durchschnittlich etwa zehn Mikrozephalie-Fälle registriert worden, wie das Ministerium am Mittwoch (Ortszeit) weiter mitteilte.

Eine Mikrozephalie kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Dazu zählen unter anderem eine Rötelninfektion, Alkoholmissbrauch oder eine zu hohe Strahlenbelastung während der Schwangerschaft der Mutter. Es gibt aber auch erbliche Formen der Mikrozephalie.

Das Ministerium leitete Ermittlungen ein und schickte ein medizinisches Spezialistenteam in die betroffene Region. Zudem sei die Weltgesundheitsorganisation (WHO) informiert worden. Ein Anstieg soll auch in den Bundesstaaten Paraíba und Rio Grande do Norte festgestellt worden sein. (dmz/dpa/hl)