Coca-Cola zieht umstrittenen Online-Werbespot in Mexiko zurück

Der Coca-Cola Weihnachtswerbespot für Mexiko muss nach harter Kritik aus dem Netz genommen werden  (Youtube)

Mexiko-Stadt, 3. Dezember 2015 – Aus dem Netz genommen: Der Getränkekonzern Coca-Cola hat um Verzeihung für einen umstrittenen Internet-Werbespot in Mexiko gebeten. Das Video war als diskriminierend gegenüber der indigenen Bevölkerung des Landes kritisiert worden.

„Wir bedauern, dass die Botschaft fehlinterpretiert wurde. Unsere Absicht war genau das Gegenteil“, sagte der örtliche PR-Chef des Unternehmens, Diego Bracamontes, am Donnerstag im Radiosender Fórmula. „In seiner fast 90-jährigen Präsens im Land, hat Coca-Cola Mexiko daran gearbeitet eine Botschaft von Zusammenhalt und Freundschaft zu verbreiten“ hieß es weiter von Seiten Coca-Colas

 Mitglieder der indigenen Bevölkerung sowie mehrere Menschenrechts-Organisationen hatte am Mittwoch Sanktionen gegenüber dem Getränkeriesen Coca-Cola gefordert. Die neue Weihnachtswerbung des Unternehmens, die in einem verarmten Dorf in Oaxaca gedreht wurde, sei diskriminierend und rassistisch.

 In dem Spot wird zuerst auf die Diskriminierung hingewiesen der die indigene Bevölkerung in Mexiko ausgesetzt ist. Danach fährt eine Gruppe junger Leute, einige von ihnen blond und hellhäutig, in die Ortschaft Totontepec im südlichen Bundesstaat Oaxaca, um dort mit den Indios mit Cola auf Weihnachten anzustoßen, unter dem Motto: „Lasst uns zusammen halten“.

„Ich finde diese Art von Werbung unterstützt einen Akt der Diskriminierung und Rassismus. Die Werbung fördert auch den Zusammenbruch von sozialen Geweben, indem sie versucht eine Konsumkultur einzuführen, die den Gemeinden fremd ist“  sagte Pablo Elvira, Mitglied der indigenen Bevölkerung und Mitglied der NGO „Asesoría Integral y Litigios Estratégicos a Pueblos Originarios“.

 „Die Werbung reproduziert und verstärkt die Vorurteile, die die Indigenen als kulturell minderwertig darstellen“, kritisierte die Allianz für Ernährung und Gesundheit. Coca-Cola zog den Spot schließlich am Dienstag zurück.

 Der Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken gilt als einer der Gründe für die hohe Zahl von Fettleibigen in Mexiko. Vor allem in ländlichen Gebieten haben zahlreiche Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In armen Gegenden trinken die Indios auch Erfrischungsgetränke, um das Hungergefühl zu unterdrücken. (dmz/dpa/vs/hl)




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