Container statt Hausmüll: Gesundheitsamt sammelt abgelaufene Medikamente ein

145 dieser Container hat das Gesundheitsamt in der Hauptstadt aufgestellt (Foto: Secretaría de Salud)

Mexiko-Stadt, 25. April 2015 – Das Gesundheitsamt der Hauptstadt startet eine Aktion gegen abgelaufene Medikamente: In Krankenhäusern, Selbstbedienungsläden, Gesundheitsämtern, Apotheken und Spezialkliniken werden 145 Container bereitgestellt. Die Aktion soll die Gesundheit der Bürger schützen und den illegalen Gebrauch verhindern.

Wie der Direktor des Nationalen Systems für Verpackungs- und Medikamentenabfälle (Singrem), Jorge Lanzagorta Darder, sagte, werden in Mexiko jährlich zwei Billionen Medikamente produziert. Nach Schätzungen könnten davon zehn Prozent der Medikamente, die die Apotheken im Land aufbewahren, das Verfallsdatum überschritten haben. Dazu sollen circa 95 Millionen abgelaufener Arzneimittel sich in den privaten Haushalten befinden oder auf Schwarzmärkten gehandelt werden.

Das Problem in den privaten Haushalten in Mexiko, erklärte Lanzagorta Darder, sei die große „Selbst-Arzneimittelverabreichung”. Schnell werden angebrochene Tablettenverpackungen und offene Flaschen aus der Hausapotheke entnommen, um Beschwerden zu lindern. Hierbei schaue der Verbraucher oft nicht auf das Verfallsdatum.

Jedoch warnte das Gesundheitsamt vor der Einnahme von abgelaufenen Medikamenten. Sie sind in ihrer Wirkung schwächer oder haben gar keine Wirkung mehr. Außerdem verändert sich nach einiger Zeit die chemische Zusammensetzung der Arzneimittel, welche sich in giftige Substanzen verwandeln können. Gerade für Kinder kann dies gefährlich werden, die unbeaufsichtigt zur Hausapotheke Zugang haben und abgelaufene Medizin unbeaufsichtigt einnehmen können.

Was die Entsorgung verfallener Medikamente betrifft, werden viele Tabletten, Kapseln, Säfte und Tropfen aus Unwissenheit nicht fachgerecht entsorgt. Sie landen im Mülleimer oder in der Toilette. Chemische Substanzen der Medikamente können so ins Grundwasser gelangen. Das Wasser wird verschmutzt und Ackeranbauprodukte wie Gemüse und Obst werden dadurch verseucht.

Medikamente sollten nur in autorisierten Apotheken gekauft werden

Landen die Medikamente im Abfall, besteht die Gefahr, dass Kriminelle ihren Nutzen daraus ziehen. Die Tabletten können geklont und Verpackungen mit billigeren Placebo-Substanzen abgefüllt werden. Auf dem Schwarzmarkt kommen sie zum Verbraucher. Daher rät das Gesundheitsamt, Medikamente nur in autorisierten Apotheken und unter ärztlicher Empfehlung zu kaufen.

Aus diesem Grund sind die aufgestellten Container für die Entsorgung abgelaufener Medikamente in Mexiko-Stadt aus einem Spezialmaterial gefertigt. Sind die Medikamente einmal eingeworfen, können sie nicht wieder aus dem Container herausgenommen werden. Für die vollständige Vernichtung werden sie in Industrieöfen verbrannt.

Was gehört alles in die Container?

Menschen, die unter ärztlicher Aufsicht des Programms „Der Arzt bei Dir zu Hause“ sind, werden gebeten, dem Pflegepersonal die verfallenen Medikamente zu übergeben.

Doch was gehört alles in den Container? Abgelaufene Medikamente, Medikamente, die nicht mehr gebraucht werden und alle Art von Verpackungen (leer oder mit Resten). Nadeln, Mullbinden, Batterien, chemische Produkte, Fieberthermometer, Windeln und Spritzen gehören nicht in den Container.

An der Aktion von Sammelstellen für abgelaufene Medikamenten, die 2010 ins Leben gerufen wurde, beteiligten sich bereits 18 Bundesstaaten. Bis 2014 konnten insgesamt 2.435 Container bereitgestellt und mehr als 157 Tonnen Arzneimittel, die das Verfallsdatum überschritten haben, verbrannt werden.

Weitere Auskünfte zu den aufgestellten Containern für abgelaufene Medikamente sind bei der Telefonauskunft von Medicina a Distancia unter der Nummer 5132 0909 zu erfahren. (dmz/as/ds)