Deutschem Studenten geht es gut

 

Austauschstudenten rasen durch eine Straßensperre der Polizei, weil sie sie wohl für eine Falle halten. Die Beamten vermuten Verbrecher und eröffnen das Feuer. Unbeteiligte geraten in Mexiko immer wieder zwischen die Fronten.

Mexiko-Stadt, 14. Oktober 2014 – Ein in Mexiko bei einem missglückten Polizeieinsatz angeschossener deutscher Austauschstudent ist laut Uni bei guter Gesundheit. „Ich würde sogar sagen, es geht ihm exzellent“, sagte der Direktor der Außenstelle der Technischen Universität von Monterrey in Mexiko-Stadt, Pedro Luis Grasa Soler, am Dienstag dem Radiosender Fórmula. Der junge Mann bleibe allerdings noch zur Beobachtung im Krankenhaus. Er hat eine Schussverletzung am Gesäß.

Am Wochenende hatten Polizisten im Bundesstaat Guerrero im Südwesten des Landes versehentlich das Feuer auf das Auto des Studenten eröffnet. Die jungen Leute ignorierten einen Kontrollposten, daraufhin schossen die Beamten auf ihren Kleinbus. Vermutlich befürchteten die Studenten eine Entführung, da sich Kriminelle in Mexiko häufig als Polizisten ausgeben. Die Beamten hingegen vermuteten offenbar Verbrecher in dem Auto.

Der Deutsche studierte seit August an der Technischen Universität von Monterrey, eine der renommiertesten Hochschulen Lateinamerikas. Er sei in einem Postgraduierten-Studiengang für Logistik eingeschrieben, sagte Direktor Grasa Soler. Auch der zweite Deutsche aus der in den Vorfall verwickelten Gruppe studiere dort.

Zuletzt hatte die Gewalt gegen Studenten Mexiko in den internationalen Fokus gerückt. Nach Zusammenstößen mit der Polizei verschwanden in der Stadt Iguala Dutzende Angehörige eines linken Lehrerseminars. Wenig später wurden in Massengräbern zahlreiche Leichen gefunden. Die örtlichen Sicherheitskräfte sind von der kriminellen Organisation „Guerreros Unidos“ unterwandert.

Die Hintergründe der Bluttat sind noch immer unklar. Es gibt Hinweise darauf, dass die Ehefrau des Bürgermeisters von Iguala das harte Vorgehen gegen die Studenten angeordnet haben soll, um ungestört eine Rede halten zu können. Die Frau soll aus einer bekannten Drogenhändler-Familie stammen. (dpa/dmz/hl; Foto: www.almomento.mx)

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