Drogenkonsum unter Jugendlichen steigt

Sorge um steigende Drogenkriminalität – Mancera: Legalisierung von Marihuana muss gut durchdacht werden – Experten: Sicherheitsprobleme lassen sich durch Drogenlegalisierung nicht lösen

Mexiko-Stadt, 28. Juni – Zunächst die gute Nachricht: Der Alkohol- und Zigarettenkonsum Jugendlicher in Mexiko-Stadt ist in den letzten drei Jahren zurückgegangen. Die schlechte: Der Konsum illegaler Drogen ist hingegen angestiegen. Diese Ergebnisse stellten in dieser Woche das Nationalinstitut für Psychiatrie, das Drogenpräventionsinstitut Mexiko-Stadt sowie das Bildungsministerium (SEP) vor. Und noch etwas zeigt der ,,Report über den Konsum von Alkohol, Tabak und anderer Drogen in Mexiko-Stadt 2012″: Je höher der Bildungsstand, desto weniger Drogen werden konsumiert.

Die Zahlen sprechen für sich: Der Tabakkonsum sank von 2009 bis 2012 um 3,3 Prozent auf 41 Prozent, der von Alkohol um 3,2 Prozent auf 68,2 Prozent. Hingegen stieg der Konsum illegaler Substanzen um 2,9 Prozent auf 24,4 Prozent. Dazu zählen vor allem Kokain und Marihuana. Besonders angestiegen ist die Anzahl der Jugendlichen, die Marihuana konsumieren: Sie stieg um 4,5 Prozent auf 15,9 Prozent. Kokain wird von fünf Prozent aller Heranwachsenden in der Hauptstadt genommen.

Was bei der Umfrage besonders auffällt, ist der Zusammenhang zwischen Bildungsstand und Drogenkonsum: So liegt der Prozentsatz der rauchenden Jugendlichen, die die Prepatoria besuchen, 15,2 Prozent niedriger als der, die früher die Schule verlassen haben. Bei Alkohol liegt der Prozentsatz sogar 16,4 Prozent niedriger.

Dennoch sind die Zahlen alarmierend: Sowohl der Tabak- als auch der Alkoholkonsum ist unter den mexikanischen Jugendlichen sehr hoch. Die am Report beteiligten Institute fordern hier dringende Aufklärungsarbeit sowie auch ein besseres Angebot an Präventionsprogrammen. Das Beunruhigende am Anstieg des illegalen Drogenkonsums sehen die Institute neben der gesundheitlichen Gefährdung auch im damit verbundenen Kriminalitätsanstieg.

Die Debatte um die Legalisierung von Marihuana in Mexiko-Stadt wurde erst kürzlich wieder von der Legislativversammlung des Hauptstadtdistrikts (ALDF) angestoÄŸen. Der Gouverneur des Hauptstadtdistrikts, Miguel āngel Mancera, äuÄŸerte sich gestern gegenüber der Tageszeitung ,,El Universal“ zum Thema: ,,Wir haben keine Angst vor einer Legalisierung, aber sie muss gut durchgedacht werden.“ Aber die Entscheidung läge nicht bei ihm.

Tief gespalten ist hingegen die PRD-Fraktion innerhalb der ALDF. Der PRD-Abgeordnete Eduardo SantillÄ¡n sagte der Tageszeitung ,,La Jornada“: ,,Es gibt weder in der Hauptstadt noch irgendwo im Land die Voraussetzungen Marihuana zu legalisieren.“ Das Kriminalitätsproblem sei in erster Linie ein Sicherheitsproblem, das sich so nicht lösen lasse. Seine Parteikollegin, Esthela DamiÄ¡n, meinte hingegen, man ,,dürfe das Thema nicht ignorieren und man muss nach ausreichenden Überlegungen zu einer vernünftigen Entscheidung kommen.“ (dmz/mik/hl)

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