Erstes Todesopfer vom Chikungunya-Fieber

Ähnlich wie das Dengue- wird das Chikungunya-Fieber von Aedes-Aegypti-Mücken übertragen (Foto: Wikipedia)

Das vor knapp einem Jahr erstmals in der Karibik aufgetretene Virus verbreitet sich in Südamerika. In Venezuela wurden bereits mehrere hundert Fälle verzeichnet. Alarm auch in Peru.

Bogotá, 23. September 2014 – Südamerika hat erstmals einen Todesfall durch das Chikungunya-Fieber verzeichnet. Ein elf Monate altes Baby in Kolumbien kam an dem von Mücken übertragenen Virus um, erklärten die kolumbianischen Gesundheitsbehörden am Montag, wie die Zeitung „El Tiempo“ berichtete. Das Kleinkind sei bei einem Aufenthalt in Venezuela infiziert worden. In Kolumbien wurden bislang knapp 1900 Fälle von Chikunguya-Fieber gemeldet, die meisten an der Grenze mit Venezuela.

Der Erreger verbreitet sich derzeit rasch in der Region. Rund 700 000 Kolumbianer könnten bis Anfang 2015 erkranken, warnte das kolumbianische Gesundheitsministerium. In Venezuela wurden bislang 400 Erkrankungen bestätigt, in ihrer Mehrzahl durch lokale Infizierung. In Peru hat die Regierung 57 Millionen Soles (16 Mio. Euro) bereitgestellt, um der Verbreitung im Andenland vorzubeugen. Es seien bislang nur drei importierte Fälle von Chikungunya-Fieber verzeichnet worden, erklärte die Gesundheitsministerin Midori de Habich. Peru hat aber eine breite Grenze zu Kolumbien.

Erste Übertragungen der Viren registrierte die WHO in Amerika im vergangenem Dezember. Besonders betroffen ist die Karibik, wo es auch schon mehrere Todesfälle gab. Insgesamt gab es nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (OPS) in ganz Amerika bis Mitte September rund 10 000 bestätigte Infektionen. Die OPS kommt zudem auf 730 000 Verdachtsfälle. Bislang waren 113 Menschen in der Karibik an der Krankheit gestorben.

Ähnlich wie das Dengue- wird das Chikungunya-Fieber von Aedes-Aegypti-Mücken übertragen. Die in Asien und Afrika weit verbreitete Krankheit verursacht Muskel- und Gelenkschmerzen und kann bei geschwächten Patienten tödlich enden. Bislang gibt es weder wirksame Medikamente noch einen Impfstoff gegen das Fieber. (dpa/dmz/hl)

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