Erzbischof von Autlán: Papst nimmt Rücktrittsgesuch wegen „schwerem Grund“ an

 

Der heute 64-jährige Gonzalo Galván Castillo (Foto: Al Momento)

Mexiko-Stadt/Vatikanstadt, 27. Juni 2015 – Seit 2004 stand Gonzalo Galván Castillo an der Spitze des Bistums Autlán, was wegen Missbrauchsvorwürfen in die Schlagzeilen geraten war. Den betroffenen Priester ließ Galván damals nur versetzen, bestraft wurde er von der Bistumsleitung nie. Nun entlässt der Vatikan den Erzbischof auf eigenen Wunsch.

Papst Franziskus hat den vorzeitigen Rücktritt des mexikanischen Bischofs Gonzalo Galván Castillo am Donnerstag angenommen. Der Vatikan verwies in seiner Mitteilung zum Rücktritt des 64-Jährigen auf einen Kirchenrechtsparagrafen, der einen Amtsverzicht dann vorsieht, wenn ein Diözesanbischof „wegen seiner angegriffenen Gesundheit oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund nicht mehr recht in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen“. Inhaltliche Gründe nannte der Vatikan nicht.

Wie die Nachrichtenagentur Al Momento schreibt, habe Galván in den vergangenen Wochen unter gesundheitlichen Problemen „muskulärer Natur“ gelitten. Um welche Erkrankung es genau genau geht, sei nicht klar. Hintergrund könnten jedoch auch die Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester des Bistums Autlán sein, dem Galván seit 2004 vorstand. Auf die 2009 laut gewordenen Anschuldigungen hin hatte er den betreffenden Geistlichen lediglich in eine andere Pfarrei versetzt.

Mehrere mexikanische Zeitungen hatte im Juli 2014 über den Fall eines Diözesangeistlichen berichtet, der im Jahr 2009 von einem damals 24-jährigen Mann sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden sein soll. Der Zeitung zufolge ergriff die Bistumsleitung von Autlan nie Disziplinarmaßnahmen gegen den Priester. Juristisch ging das mutmaßliche Opfer jedoch auch nicht gegen den beschuldigten Priester vor. (dmz/ds)