EU und Mexiko wollen Handelspakt nach TTIP-Vorbild

 

Präsident Enrique Peña Nieto mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker (lks.) und EU-Ratspräsident Donald Tusk (re.) am Freitag in Brüssel (Foto: presidencia.org.mx)

Brüssel, 12. Juni 2015 – Die EU und Mexiko wollen ihr Partnerschaftsabkommen nach dem Vorbild des geplanten TTIP-Handelspakts mit den USA erweitern. Das kündigte Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto nach einem Gipfel mit EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Freitag in Brüssel an. Die Verhandlungen sollen noch dieses Jahr beginnen.

Sein Land folge damit zwei seiner wichtigsten Partner, den USA und Kanada, sagte Peña Nieto: “Mexiko muss nachziehen.“ Mit den USA verhandelt die Europäische Union derzeit das Freihandelsabkommen TTIP, mit Kanada verständigte sie sich auf das Ceta-Abkommen.

Die Bedeutung der bilateralen Beziehungen zwischen der EU und Mexiko belegen nach den Worten von Peña Nieto die aktuellen Zahlen: “Die Europäische Union ist mit aufgeglaufenen Investitionen von mehr als 121 Milliarden Euros unser zweitwichtigster ausländischer Investor in Mexiko; und mit einem Handelsaustausch von 64 Milliarden Dollar ist die Europäische Union unser drittwichtigster Handelspartner“, erklärte der mexikanische Präsident.

Mit der Aktualisierung des Freihandelsabkommens zwischen Mexiko und der EU werde dem Gewicht der EU als erste Wirtschaftsmacht in der Welt und Mexikos Entwicklung als aufstrebende Macht gerecht. „Wir müssen unsere Bezihungen der weltwirtschaftlichen Realität anpassen und dabei den bilateralen Handeslaustausch und die Investitionsflüsse erhöhen“, so Peña weiter. Er betonte, dass die Chancen, die sich aus den Strukturreformen in Mexiko ergeben und die die EU in Angriff nimmt, genutzt werden müssen. Die Zusammenarbeit für die Entwicklung müsse gestärkt und ausgebaut werden, vor allem in Schlüsselbereichen wie Energie, Gesundheit, Erziehung, Technologie und Innovation.

Tusk sagte, die Aktualisierung des Vertrags mit Mexiko solle zu mehr Handel und mehr politischer Kooperation führen. Laut EU-Diplomaten wäre es beispielsweise möglich, regionale Lebensmittel-Spezialitäten besser zu schützen als bisher. Außerdem sollen ausländische Investitionen erleichtert werden.

Das bisherige Mexiko-Abkommen aus dem Jahr 2000 hatte insbesondere den Austausch von Waren und Dienstleistungen vereinfacht. Der Handel zwischen den beiden Regionen hat sich nach EU-Angaben seither fast verdreifacht. Zu den wichtigsten Produkten im In- und Export gehören technische Geräte und Elektrogüter.

Auch für Deutschland ist Mexiko ein wichtiger Handelspartner. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) prognostiziert, dass die Mexikaner im Jahr 2015 deutsche Waren im Wert von zehn Milliarden Euro einführen. Aber auch die deutschen Importe aus Mexiko – insbesondere Autos und Autoteile – nehmen zu. (dmz/hl mit Material von dpa)