Gewalt kostet Mexiko 15% des BIP

Armut nicht immer Ursache für Gewalt  Ã¢â‚¬â€œ UN-Studie: Mehr  Morde in Gemeinden mit wenig Armut – bis 2000 höchste Mordraten in ärmeren Gemeinden

Mexiko-Stadt, 14. November– Nach Schätzungen des mexikanischen Gesundheitsministeriums entstehen durch die Gewalt im Lande jährlich Kosten bis zu 15 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP). Diese Zahl nannte jetzt Gesundheitsministerin Mercedes Juan Lijpez bei der Eröffnung des sechsten „Meilenstein-Treffens über die weltweite Kampagne zur Gewaltprävention“ in Mexiko-Stadt. Gewalt sei eine ansteckende und tödliche Krankheit, aber vermeidbar, so die Ministerin.

Die Zahl sei erschreckend hoch: Zwischen acht und 15 Prozent des jährlichen BIPs lägen die Kosten, die durch Gewalt im Lande entstünden. Die Ministerin zählte  zu den materiellen  Kosten  unter anderem Produktivitätsverlust, Arztkosten, RehabilitationsmaÄŸnahmen und Sicherheitspersonal. Vor hochrangigen Vertretern wie AuÄŸenminister JosÄ© Antonio Meade und der mexikanischen Vertreterin der Weltgesundheitsorganisation, Mauren Birmingham, erklärte Juan Lijpez, dass äuÄŸere Gewalteinwirkungen bei den fünf- bis 44-jährigen die Todesursache Nummer Eins sei. Dazu zählte sie aber nicht nur Mord, sondern auch Verkehrsunfälle, Selbstmord oder auch Verbrennungen. 2012 seien in dieser Altersgruppe 59.562 Menschen an den Folgen äuÄŸerer Gewalt gestorben.

Jugendliche im Focus

Dringend notwendig sei öffentliche Aufklärung. Besonders die Jugendlichen nahm die Ministerin in den Focus: „Wir müssen verhindern, dass unsere Kinder und Jugendlichen alkoholisiert oder unter Drogen bei Streitigkeiten auf der StraÄŸe Dinge tun, die sie sonst nicht tun würden. Auch die Unfallgefahr im eigenen Haus ist unter diesen Umständen höher.“ Juan Lijpez unterstrich, dass häusliche Gewalt ein groÄŸes Problem in Mexiko sei. So würden nicht nur Frauen von ihren Männern geschlagen, sondern häufig würden auch ältere Angehörige im Haus von ihrer eigenen Familie gequält werden.

Armut ist nicht immer die Ursache für Gewalt: Laut einer UN-Studie nimmt so zum Beispiel die Zahl der Morde in Mexiko in den Gemeinden zu, die am wenigsten von Armut betroffen sind. Waren die bis zum Jahre 2000 die höchsten Mordraten noch in den ärmeren Gemeinden verzeichnet worden, gibt es seit 2005 eine deutliche Trendwende. (dmz/mik/hl)




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