Kampf gegen Übergewicht und Diabetes

Präsident Enrique Peıa Nieto hat ein strategisches Programm zur Kontrolle und Vermeidung von Übergewicht, Fettleibigkeit und Diabetes ins Leben gerufen

Mexiko-Stadt, 22. November–  Übergewicht hat in Mexiko AusmaÄŸe angenommen, die die Regierung von Präsident Enrique Peıa Nieto  zum Handeln gezwungen hat.  Der Präsident hat jetzt ein strategisches Programm vorgestellt, mit dem das Problem an der Wurzel gepackt werden soll.

Sieben von zehn Mexikanern leiden unter lebensbedrohlichem Übergewicht; jedes dritte Kind in Mexiko ist übergewichtig oder fettleibig, jeder fünfte Mexikaner stirbt an Diabetes. Unter den 34 Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) steht Mexiko bei Fettleibigkeit auf dem zweiten Platz.

Bei der Vorstellung der „Estrategia Nacional para la Prevenciijn y el Control del Sobrepeso, Obesidad y la Diabetes“ ging der Präsident hart ins Gericht mit seinen Landsleuten. Er rügte, dass von zehn Erwachsenen sieben an Fettleibigkeit litten sowie eines von drei Kindern. Angesichts dieser Zahlen müssten jetzt schnell MaÄŸnahmen ergriffen werden, in die Behörden, soziale Einrichtungen und die Gesellschaft mit eingebunden werden sollen.

Die Strategie sei von grundlegender Bedeutung, um die Gesundheit und Lebensqualität der mexikanischen Familien zu verbessern, unterstrich der Präsident. Um ein wohlhabendes Mexiko aufzubauen, das alle Mexikaner einschlieÄŸe, brauche das Land „gut informierte, aktive und gesunde“ Frauen und Männer.

“Bedauerlicherweise sind wir eine Gesellschaft, die unter Übergewicht leidet und die nur wenige Gewohnheiten pflegt, um sich gesund zu halten und Krankheiten vorzubeugen, die vermeidbar wären“, räumte der Präsident ein. „Wir könnten viel erreichen wenn wir es schaffen, dass die einzelnen Behörden und Institutionen, die primär für die Umsetzung der Strategie verantwortlich sind, und die Gesellschaft eine gemeinsame Front bilden.“

Die drei Säulen der Strategie

Die neue nationale Strategie steht auf drei Säulen, erklärte der Präsident. An erster Stelle stehe die öffentliche Gesundheit. So soll mit Hilfe entsprechender Kampagnen, durch  Erziehung, Bildung und die Einführung von PräventivmaÄŸnahmen ein gesunder Lebensstil gefördert werden. Kinder sollen in der Schule gesunde Lebensmittel erhalten und mehr Sport treiben.

Die zweite Säule basiere auf einer zeitgerechten ärztlichen Begutachtung. Dazu wurde ein neues Modell zur Identifizierung von Patienten mit Risikofaktoren entwickelt, denen ein effektiver Zugang zu den Gesundheitseinrichtungen ermöglicht werden soll. Ernährungsexperten sollen den Betroffenen bei der Auswahl geeigneter Lebensmittel beraten, zudem sollen kostenlose Bücher zur Thematik verteilt werden.

An dritter Stelle stehen fiskalpolitische MaÄŸnahmen, die zu gesunden Lebens- und Verhaltensweisen ermutigen sollen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die sogenannte Junk-Food-Steuer, die Besteuerung zuckerhaltiger Getränke, mit welcher der Konsum ungesunder Produkte gebremst werden soll und damit auch der Anstieg von Übergewicht und Fettleibigkeit. Ein Teil der durch diese Steuererhöhungen eingenommen Gelder soll für Präventionsprogramme bereitgestellt werden.

Kostenexplosion im Gesundheitswesen

Gesundheitsministerin Mercedes Juan Lijpez nannte in diesem Zusammenhang interessante Zahlen: Eine übergewichtige Person gebe im Durchschnitt 25 Prozent mehr für Gesundheitsdienste aus, verdiene 18 Prozent weniger als ein gesunder Mensch und habe auÄŸerdem mehr Fehlzeiten, was wiederum Unternehmen und damit auch die  Volkswirtschaft belaste. Fettleibigkeit und Diabetes seien eben nicht nur ein gesundheitliches Problem im medizinischen Sinne, sondern beeinträchtigten auch Schulleistung und Arbeitsproduktivität. Und dies äuÄŸere sich wiederum in weniger Lebensqualität und verminderter Wettbewerbsfähigkeit.

2008 wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums für chronische nicht übertragbare Krankheiten, die mit der Fettleibigkeit in Zusammenhang stehen, 42 Milliarden Pesos ausgegeben, was etwa 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und 13 Prozent der staatlichen Ausgaben für Gesundheit entspricht. Den neuesten Prognosen nach sollen sich diese Kosten bis 2017 verdoppeln. (dmz/ng/hl)




Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen