Korruption: Schwiegersohn des Präsidenten von Guatemala festgenommen

 

Der Schwiegersohn von Guatemalas Staatschef Otto Pérez und früherer Stabschef im Präsidialamt, Gustavo Martínez (56) (Foto: contrapoder.com.gt)

Guatemala-Stadt, 9. Juli 2015 – Der Korruptionsskandal in Guatemala weitet sich immer weiter aus. Die Polizei nahm am Donnerstag den Schwiegersohn von Staatschef Otto Pérez und früheren Stabschef im Präsidialamt, Gustavo Martínez, fest. Ihm werden Verschwörung und Vorteilsgewährung vorgeworfen.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurden wenige Stunden zuvor auch der ehemalige Energieminister Edwin Ramón Rodas und weitere Verdächtige verhaftet.

Guatemala wird seit Wochen von einer ganzen Reihe von Korruptionsskandalen im Gesundheits-, Zoll- und Energiewesen erschüttert. Es geht um Betrug, illegale Bereicherung und Geldwäsche.

 Wegen illegaler Bereicherung stellte ein Oppositionsabgeordneter auch Strafantrag gegen Präsident Pérez. Dieser wehrt sich gegen die Korruptionsvorwürfe. Mehrere Regierungsmitglieder traten bereits zurück, so die Vizepräsidentin Roxana Baldetti und Innenminister Mauricio López.

 In der letzten Juni-Woche war ein weiterer Korruptionsring ausgehoben worden. Elf Verdächtige wurden festgenommen worden, darunter der frühere Logistikchef der Polizei. Ihnen wird Betrug, illegale Bereicherung und Geldwäsche vorgeworfen. So sollen 52 Millionen Quetzal (5,9 Mio Euro) aus dem Budget der Polizei unterschlagen worden sein.

 Am 6. September finden in dem mittelamerikanischen Land Präsidenten- und Parlamentswahlen statt. (dmz/hl mit Material von dpa)