Müttersterblichkeit: Melinda Gates fordert bessere Gesundheitsversorgung

 

Teenager-Schwangerschaften sind in Mexiko die Hauptursache für Müttersterblichkeit (Foto: es.slideshare.net)

Mexiko-Stadt, 20.Oktober 2015 – Die Müttersterblichkeit ist in den vergangenen 25 Jahren weltweit um fast die Hälfte gesunken. Auch In Mexiko sterben immer weniger Frauen bei der Geburt. Die Kindersterblichkeit aber ist immer noch hoch. Auf einer internationalen Gesundheitskonferenz in mexiko-Stadt fordert Melinda Gates eine bessere Gesundheitsversorgung von Müttern.

Eine bessere Gesundheitsversorgung von Müttern und Babys würde sich auch ökonomisch lohnen. „Investitionen in die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen gehören zu den intelligentesten Investitionen“, sagte Melinda Gates, die Co-Vorsitzende der Bill & Melinda Gates Stiftung am Montag in Mexiko-Stadt. „Bessere Gesundheit führt zu besserer Bildung, besseren beruflichen Chancen und somit zu mehr Wohlstand.“ Die Stiftung fördert unter anderem Gesundheitsinitiativen in aller Welt.

Es seien bereits große Erfolge erzielt worden, sagte die 51 Jahre alte Ehefrau von Microsoft-Gründer Bill Gates auf einer Gesundheitskonferenz in der mexikanischen Hauptstadt. Die Müttersterblichkeit sei seit 1990 um fast 50 Prozent gefallen. Trotzdem verlören täglich noch immer 800 Frauen und 7400 Babys wegen Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihr Leben. „Die Hälfte ist eben nur die Hälfte. Wir müssen noch mehr tun“, betonte Melinda Gates.

„Wir müssen den Zugang von Frauen zu medizinischer Versorgung und die Aufklärung über Verhütungsmethoden weiter verbessern», forderte Melinda Gates. Der Chef des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, Babatunde Osotimehin, sagte: „Investitionen in die Gesundheit von Müttern tragen zum Wohlergehen der Familien bei und bringen Nationen voran.“

Vor allem Frauen in Konfliktregion und Armenvierteln sowie Mitglieder von Minderheiten seien immer noch von einer umfangreichen Gesundheitsversorgung ausgeschlossen, sagte die stellvertretende Leiterin des Kinderhilfswerks Unicef, Geeta Rao Gupta. „Wir müssen die Gleichheit in das Zentrum unserer Anstrengungen stellen. Nicht nur aus moralischen, sondern auch aus praktischen Gründen.“

Frauen in den ärmsten Ländern tragen ein 25 Mal höheres Risiko, infolge von Schwangerschaft und Geburt zu sterben, als solche in Industriestaaten. Das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Report der Stiftung Weltbevölkerung hervor. Das Sterberisiko von Säuglingen ist den Angaben zufolge 13 Mal größer. Zu den ärmsten Staaten zählen 48 Staaten in Afrika, Asien und der Karibik.

In Mexiko sei die Müttersterblicheit in den letzten drei Jahren um 9,7 Prozent zurückgegangen, sagte die mexikanische Gesundheitsministerin Mercedes Juan López.Allein in Mexiko sterben Aber immer noch stürben jährlich 860 Frauen und 16.600 Babys wegen Komplikationen bei der Geburt. Bei der Kindersterblichkeit habe Mexiko das Milleniums-Ziel nicht erreicht: Auf 1000 Lebendgeborene kämen 12 Totgeburten.

Einer der Hauptgründe für die Müttersterblichkeit seien Schwangerschaften bei Jugendlichen. Unter den OECD-Mitgliedsländern ist Mexiko das Land mit den meisten Teenager-Schwangerschaften. Von 2,5 Millionen Geburten pro Jahr entfielen 19,4 Prozent auf Frauen unter 20 Jahren, „und viele von ihnen sind mit 12, 13 Jahren fast noch Kinder“, so Mercedes Juan López. In der laufenden Regierungsphase (bis 2018) gebe Mexiko eine Milliarde Pesos für Familienplanungsprogramme sowie Vorsorge für Kinder und Jugendliche aus. (dmz/hl mit Material von dpa)




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