Umweltverschmutzung

Wälder um 30 Prozent zurückgegangen – Studie: Bevölkerung sieht keine persönliche Verantwortung für Umweltschutz

Mexiko-Stadt, 20. Juni – In den vergangenen 30 Jahren hat Mexiko 30 Prozent seiner Wälder durch Umweltverschmutzung und fehlenden Wasserressourcen verloren. Das geht aus einem Bericht des Ministeriums für Umwelt und Natürliche Ressourcen (SecretarÄ­a de Medio Ambiente y Recursos Naturales; Semarnat) hervor. Allein der Regenwald (23 Millionen Hektar) sei fast um 50 Prozent zurückkgegangen, die Hartlaubhölzer und Büsche um zehn Prozent (5,5 Millionen Hektar) und das Weideland um 40 Prozent (6,4 Millionen Hektar). Das bedeute, dass die Mehrheit der mexikanischen ökosysteme in Gefahr sei, seine Biovielfalt zu verlieren.  Einer Umfrage zufolge ist die Mehrheit der Bevölkerung allerdings der Meinung, der Umweltschutz sei Aufgabe der Regierung. 

Das Ministerium spricht von einem ,,ökologische Defizit“ von 1,9 Hektar pro Einwohner – eine Fläche, die jeder restaurieren sollte, um die Regeneration zu unterstützen. Auch 44,9 Prozent der Böden seien von Degradations-Schäden betroffen. Bei den Ursachen steht dem Bericht zufolge die chemische Verunreinigung an erster Stelle: Betroffen seien 34,04 Millionen Hektar Land, das entspricht rund 18 Prozent des gesamten Staatsgebiets. Auf den Plätzen zwei und drei lägen die Abtragung durch Wasser und die physische Erosion. ,,Obwohl die meisten Schäden bereits vor den 1970er Jahren entstanden, gab es auch in den vergangenen Jahrzehnten groÄŸe Verluste, vor allem was die Regenwälder und Hartlaubgewächse angeht“, heiÄŸt es in dem Bericht.

Auch in puncto Luft- und Wasserverschmutzung verheiÄŸt der Berichts nichts Gutes. In den fünf Bundesstaaten Jalisco, Estado de MÄ©xico, MichoacÄ¡n, Nuevo Leijn und Baja California sei die Luft am schlechtesten, was bei der Bevölkerung zu gesundheitlichen Schäden führe. Auch der saure Regen betreffe auf regionaler Ebene vor allem die Wälder und öko-Systeme, die eng mit dem Wasser verbunden sind. Hier mache sich vor allem die Wasserverschmutzung bemerkbar: weil es im ganzen Land nur wenige Kläranlagen gebe, seien viele Flüsse, Bäche und die Ufergebiete ihrer Mündungen verschmutzt. ,,Das Schwimmen in diesen Gewässern kann zu erheblichen gesundheitlichen Beschwerden führen. Dazu zählen neben Hautirritationen unter anderem Augen- und Ohreninfektionen sowie Magen-Darm-Erkrankungen“, heiÄŸt es weiter in dem Bericht.

Nach einer neuen Studie der  Behörde für Umweltschutz (ProcuradurÄ­a Federal de Protecciijn al Ambiente, Profepa) sehen viele Mexikaner den Umweltschutz als Aufgabe der Regierung und nicht als persönliche Sache. Nur fünf Prozent von ihnen meinen, er sei die wichtigste Angelegenheit im Land. ,,In Mexiko stehen Inhalte wie Gesundheit, Bildung, öffentliche Sicherheit und Einwanderung im Vordergrund“, sagt der Leiter der Untersuchungen CÄ©sar Morones. Nur 28 Prozent der Mexikaner seien ,,sehr besorgt“ über mögliche Umweltschäden, die Mehrheit sorge sich eher um die Folgen der Luft- und Wasserverschmutzung und wie diese sich auf sie persönlich auswirken könnten.

Der nationale Strategieplan zum Klimawandel soll nun ein Umdenken und aktives Handeln gegen Umweltverschmutzung bewirken. (dmz/kg/hl)

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