World Happiness Report: Mexikaner sind glücklicher als Deutsche

 Ob diese Männer in Tepoztlán wohl glücklich sind? (Foto: Daniel Schlicht)

New York, 23. April 2015 – Wer Mexiko kennt, hat es sicher schon geahnt: Tacos, Tequila und Fiesta machen glücklich. Nun bescheinigen auch Forscher im aktuellen UN-Glücksindex, dass die Menschen in Mexiko weitaus glücklicher sind als etwa Amerikaner, Deutsche oder Franzosen. Unangefochten vorne rangieren jedoch die Schweizer.

Mexiko zählt zu den 15 glücklichsten Ländern der Welt. Im aktuellen „World Happiness Report 2015“ belegt das Land den 14. Platz von 158 Ländern – gefolgt von den USA, Brasilien und Luxemburg. Die glücklichsten Länder befinden sich der im Auftrag der UN erstellten Studie zufolge jedoch in Westeuropa: Angeführt von der Schweiz (Platz 1) folgen auf den weiteren Plätzen Island, Dänemark und Norwegen.

Die Deutschen rangieren mit Platz 26 zwar nur im oberen Mittelfeld des Glücks-Index – sind damit aber offenbar weniger miesepetrig als ihre europäischen Nachbarn in Frankreich (Platz 29), Spanien (Platz 36) oder Italien (Platz 50). Ein Extra-Lob haben die Forscher für Bundeskanzlerin Angela Merkel parat für den jüngst von ihr gestarteten Bürgerdialog unter dem Motto „Gut leben in Deutschland – was uns wichtig ist“. Damit habe Merkel „die interessanteste“ Reaktion auf die Erhebung von Glücksdaten geliefert, schreiben die Forscher in ihrem Bericht.

Die von Krieg und Terror erschütterten Staaten Afghanistan und Syrien rangieren gemeinsam mit acht afrikanischen Ländern auf den letzten Plätzen. Der Irak erreichte dagegen im Glücks-Index immerhin Platz 112 und landete damit etwa noch vor Südafrika, Indien, Kenia und Bulgarien.

Der „World Happiness Report“ wird seit 2012 im Auftrag des United Nations Sustainable Development Solutions Network erstellt. Federführend beteiligt sind Jeffrey Sachs, Direktor des Earth Institute an der New Yorker Columbia-Universität, sein Kollege John F. Helliwell aus Kanada sowie Richard Layard aus Großbritannien. Die Forscher haben insgesamt 158 Länder auf Faktoren wie Einkommen, Lebenserwartung, soziales Netz und gefühlte Freiheit verglichen. Mit dem Bericht wollen sie die Regierungen der Ländern zu einer besseren Politik animieren.

„Dieser Bericht gibt Aufschluss darüber, wie gesellschaftliches Wohlergehen erreicht werden kann“, sagte Sachs. „Nicht Geld allein, sondern auch Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und Gesundheit“ machen demnach ein glückliches Leben aus. Layard zufolge ist auch eine bereits in jungen Jahren angelegte positive Grundeinstellung für ein glückliches Erwachsenenleben wichtig. „Wir müssen früh im Leben in unsere Kinder investieren, so dass aus ihnen unabhängige, produktive und glückliche Erwachsene werden, die sozial und wirtschaftlich ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten“, sagte Layard. (dmz/ds)