Drei Tote und Dutzende Verletzte bei Gasexplosion in Kinderklinik

 

Polizisten befreien ein Neugeborenes aus den Trümmern der Klinik (Foto: twitter.com/sernalui)

Mexiko-Stadt, 30. Januar 2015 (Update) – Im Kinderkrankenhaus von Cuajimalpa hat es am Donnerstagmorgen eine schwere Gasexplosion gegeben. Eine Krankenschwester und zwei Neugeborene kamen um Leben, etwa 70 weitere Menschen wurden verletzt. Offenbar hat ein undichter Betankungsschlauch das Unglück verursacht.

Im Kinderkrankenhaus von Cuajimalpa im Westen von Mexiko-Stadt hat es am Donnerstagmorgen eine heftige Gasexplosion gegeben. Drei Menschen kamen dabei ums Leben, weitere 73 Menschen wurden verletzt, darunter 22 Kinder. Das teilte der Gesundheitsminister der Hauptstadt, Armando Ahued, am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Bei den Toten handelte es sich demnach um eine Krankenschwester und zwei Neugeborene. Zwischenzeitlich hatten die Behörden von sieben Todesopfern gesprochen, später aber die Zahl nach unten korrigiert.

Die Explosion ereignete sich demnach am Vormittag, als ein Gastransporter zur Betankung vor der Klinik hielt. Bisherigen Erkenntnissen zufolge war der Betankungsschlauch undicht. Zum Zeitpunkt der Explosion war die Feuerwehr bereits seit etwa fünf Minuten dabei gewesen, das Gebäude zu evakuieren. Viele der Verletzten hatten Glassplitter abbekommen.

„Schreie von Babys und Schreie der Kollegen“

Die Krankenschwester Ivonne Ortega schilderte der Nachrichtenagentur AFP die dramatischen Momente nach der Explosion: „Ich hörte die Schreie von Babys unter den Trümmern und die Schreie meiner Kollegen“, sagte Ortega. Die Schwester wurde selbst verletzt als sie half, Neugeborene in Sicherheit zu bringen.

Mehrere Väter schilderten, wie sich ihre Frauen schützend über ihre Neugeborenen warfen. Der 22-jährige José Eduardo Manriquez sagte AFP, seine Frau habe ihren Sohn gerettet: „Sie griff das Baby, drehte sich herum und die Decke stürzte über ihr ein. Sie wurde nicht verletzt“. Der 30-jährige José Miguel Venegas sagte, seine Frau habe ihren dritten Sohn gerettet: „Sie beschützte das Baby. Sie hielt es in ihren Armen und die Decke stürzte auf sie herab“. Seine Frau sei im Gesicht verletzt worden.

Die Explosion verwüstete weite Teile des Gebäudes. „Mindestens 70 Prozent des Gebäudes sind zusammengebrochen“, sagte Regierungschef Miguel Ángel Mancera bei einer Pressekonferenz. Der Bezirksbürgermeister Adrian Ruvalcava sagte, beim Anblick der Trümmer fühle er sich an das verheerende Erdbeben in Mexiko-Stadt im Jahr 1985 erinnert. An den Rettungsarbeiten waren mehr als 1.000 Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten beteiligt.

Unglück könnte strafrechtliche Konsequenzen für Lieferfirma haben

Die Behörden kündigten Konsequenzen an. Mindestens drei Mitarbeiter der Lieferfirma seien vorübergehend festgenommen worden, sagte Mancera. Das Unternehmen beliefert seit 2007 alle Krankenhäuser der Stadt. In Mexiko ist es üblich, dass das Gas von Lastwagen zu den Häusern gebracht und dort in Tanks gefüllt wird.

Präsident Enrique Peña Nieto drückte den Verletzten und den Angehörigen der Todesopfer via Twitter sein Beileid aus. Gemeinsam mit Mexiko-Stadts Regierungschef besuchte er einige der Verletzten im Krankenhaus.

Auch Papst Franziskus meldete sich via Twitter zu Wort: „Wir beten für die Opfer der Explosion im Krankenhaus von Cuajimalpa. Der Herr gebe ihnen Frieden und Kraft.“

(dmz/ds mit Material von dpa; Update: 30.01.14 14:20)