Guantánamo Bay: Das US-Gefangenenlager auf Kuba

 

Das Bild zeigt Gefangene im US-Camp Guantanamo Bay auf Kuba im Jahr 2002 (Foto: Wikipedia)

Washington/Havanna, 20. Juli 2015 – Die Schließung des Marinestützpunkt Guantánamo Bay in Kuba war eines der großen Wahlkampfversprechen von Bushs Nachfolger Barack Obama. Seit mehr als 13 Jahren halten die USA hier Terrorverdächtige fest. Kritiker sehen das als Symbol für Folter und Willkür.

Seit mehr als 13 Jahren halten die USA auf ihrem Marinestützpunkt Guantánamo Bay in Kuba Terrorverdächtige fest. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte US-Präsident George W. Bush die Errichtung des Internierungslagers angeordnet, im Januar 2002 trafen die ersten Gefangenen ein. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Januar 2009 unterschrieb Obama ein entsprechendes Dekret. Wegen massiven Widerstandes im Kongress konnte er es aber bis heute nicht umsetzen. Anfang 2015 waren von den insgesamt knapp 800 Inhaftierten noch mehr als 120 Häftlinge in Guantánamo – meist ohne Gerichtsverfahren.

Menschenrechtler verlangen, die Anlage zu schließen. Die Gefangenen müssten in einem fairen Verfahren einer Straftat angeklagt oder freigelassen werden, fordert Amnesty International. Umstritten sind vor allem die Militärtribunale. Kritiker halten den USA vor, Aussagen zu verwenden, die Häftlinge unter Folter gemacht hätten. (dmz/dpa/hl)